Season 3, Folge 1
The Walking Dead

Das Zombie-Gemetzel ist zurück. Trotz einer streckenweise wirklich öden zweiten Staffel (10 Episoden auf einer Farm? Im Ernst?) ist der Hype ungebrochen. Die Ära der rasanten Staffelpremieren ist jedoch anscheinend vorbei: Wie schon bei Homeland oder Breaking Bad wird die Spannung in der ersten Folge TWD erst langsam aufgebaut. Zwischen Staffel 2 und Staffel 3 sind auch in der Chronologie der Serie einige Monate vergangen. Dieser Zeitsprung macht sich unter anderem an Lori bemerkbar, die schon ziemlich schwanger ist. Die Gang metzelt routiniert Zombies, anscheinend möchte man Richtung Süden reisen. Allerdings blockieren Herden an Untoten die Reiseroute. Da Loris Niederkunft kurz bevorsteht, muss eine sichere Unterkunft her. Rick, der nach Shanes Tod unangefochtener Anführer der Gruppe ist, schlägt vor, das Gefängnis zu erobern. Ein riskantes Unterfangen. Die Verlockung auf ein Hochsicherheits-Zuhause, Munition und Vorräte überzeugt die Gruppe jedoch. Stück für Stück kämpft man sich zum Gefängnis. Dadurch wird die Dramaturgie der Folge mitbestimmt, da das Erobern eines neuen Parameters immer mit einer Rast unterbrochen wird. Was zwischen den Action-Segmenten passiert, ist relativ belanglos: Ja, zwischen den Rednecks Daryl und Carol knistert es. Rick ist noch immer von Lori enttäuscht. Die Girls von der Farm singen endlos lang eine alte Melodie, damit Melancholie aufkommt. Dazwischen wird immer wieder kurz Michonne angeteasert. Michonne ist die dunkelhäutige Kämpferin, die gern zwei armamputierte Zombies an einer Leine führt. Sie ist auf Anhieb der interessanteste TWD-Charakter, gerade deshalb erfahren wir jetzt auch nichts über sie. Im Kontrast zu Michonne wird klar, wie uninteressant die eigentlich Hauptfiguren der Serie mittlerweile geworden sind. Richtig stark wird TWD im letzten Drittel der Folge, als die Gruppe versucht, im Gefängnis voranzukommen. Die verwinkelten Gänge werden nur durch den Strahl der Taschenlampen erleuchtet, jederzeit können Zombies im nächsten Eck lauern. In diesen Momenten zeigt TWD, dass man mit ein und demselben Trick (Anspannung - Zombie - Action) doch immer wieder Hochspannung erzeugen kann. Natürlich passiert das Unvermeidbare, ein ganzer Trupp an Untoten verfolgt unsere Heroen durch das Labyrinth, die Gruppe muss sich aufteilen, Hershel wird gebissen. Ganz am Schluss dann der Cliffhanger. Während Hershels Bein amputiert wird, um eine Infektion seines Gehirns mit dem Zombie-Virus zu verhindern, tauchen erstaunte Gesichter hinter einer Glasscheibe auf - andere Überlebende! Der Haken: Es sind Insassen.