Season 3, Folge 5
The Walking Dead

In jeder großartigen Serie mit eigener Mythologie gibt es diesen perfekten Zeitpunkt: Wir wissen genug, um uns den Kopf über brennende Fragen zu zermartern. Die Auflösung der Rätsel liegt jedoch in weiter Ferne, sodass wir weder ungeduldig noch enttäuscht über deren Ausgang sind. Das war beim modernen Archetypen dieser Art Serie - man kann auch sagen: bei Lost - in den Staffeln 2 und 3 der Fall. Und The Walking Dead kommt nun langsam ebenfalls in diese wunderbare Zone. Überhaupt werden immer mehr Parallelen zwischen The Walking Dead und Lost sichtbar: Die Gruppe rund um Rick kann mit den Überlebenden des Flugzeugabsturzeds verglichen werden, das sektoide Woodbury hingegen mit den „Others“. Enorme Bedeutung kommt in beiden Serien auch der Kommunikation mit der „Außenwelt“ zu: Der abgefangene Funkspruch in Lost, die Helikopter der US Army in The Walking Dead. So gesehen war der Cliffhanger der vergangenen Episode atemberaubend: Rick hetzt in einem Blutrausch durch das zombieverseuchte Gefängnis, um den Tod seiner Frau zu rächen. Erschöpft lässt er sich neben seiner mittlerweile zum Zombie mutierten Ehefrau nieder - als ein Telefon klingelt. Ein Telefon! EIN TELEFON! Auch die Woodsbury-Storyline sorgt für Spannung. Michonne ist sicher, dass der Governor etwas zu verbergen hat. Wir alle wissen: Michonne hat Recht. Außer Andrea, die lieber beim Governor verweilt, als mit der Samurai-Zombie-Enthaupterin das Weite zu suchen. Eine Entscheidung, die sie einige Stunden später bereits bereut. Dann wird Andrea nämlich Zeuge einer in Woodsbury beliebten Festivität: Dem Wrestling mit Zombies. Außerdem sehen wir, dass der Governor seine mutierte Tochter im Schrank festhält. Großartige Folge. Bleibt zu hoffen, dass wir nächste Woche nicht davon enttäuscht sind, wer am anderen Ende der Leitung ist. In diesem Sinne: „Hello?“