Season 4, Folge 1
Shameless

Unsere Lieblingsfernsehfamilie ist mit einer neuen Staffel zurück und nach der ersten Folge und großen Rührung –Die Kinder! Wie sie heranwachsen! Wie schnell die Zeit vergeht! – hegen wir die leiste Vermutung, dass die Gemächlichkeit, mit der die Gallaghers in die vierte Runde gehen, schon bald wieder Geschichte sein wird.

Dabei läuft alles recht ruhig an. Ian ist unter Lips Namen beim Militär, Lip hat seine Vernunft in allerletzter Sekunde doch noch ans College gezogen. Wohl fühlt er sich dort nicht. Für das Familienoberhaupt Fiona bedeutet das: zwei Leute weniger zu versorgen, also eigentlich vier, weil Vater Frank ja auch verschwunden ist. Fionas Job sorgt für ein regelmäßiges Gehalt, was alles andere erheblich entspannt.

Für Debbies Pubertätsschübe (nuttiger Anzieh- und Schminkwahn sowie das kleine Geheimnis, dass sie den Verlust ihrer Jungfräulichkeit im Internet versteigert) gibt es dann nicht mehr als gelangweiltes Augenrollen. Und wenn Fiona sich zum Date mit ihrem Boss und dessen Familie aufmacht, sagt sie zu Carl, mittlerweile 12, nur ganz lapidar: "Fackel das Haus halt nicht ab."

The Resurection of Frank

Bevor aber alles zu fernsehfamiliengemütlich wird, taucht dann doch Frank auf. Der befreundete Polizist bringt ihn nachhause, halbtot, in Dreck gepappt wie sonst Fisch in Salz, fast versteift. Carl ist dezent überfordert, Sheila, bei der dezente Überforderung schließlich der Dauerzustand ist, kommt ihm zu Hilfe.

Als Fiona den Heimkehrer – halbtot, aber sauber – entdeckt, schließt sie nur die Tür und sagt zu Carl: "Dein Hundebaby. Wenn es irgendwo auf den Teppich scheißt, putzt du das weg." Und Carl kümmert sich. Weil Frank nicht mehr trinken kann (die Leber ist hin), schießt er sich den Alkohol jetzt mittels Spritzen ein. Glauben wir, aber gesehen haben wir das nicht – zu grauslich.

Parallel dazu ist die Nachbarin jetzt doch noch schwanger geworden und hat Angst, dass sie das Baby, das ihre Mutter für sie austrägt, nicht gleich lieben kann wie ihr eigenes. Von Jimmy/Steve fehlt jede Spur. Und dass mit Fionas Boss nicht alles in Ordnung sein kann, ist auch irgendwie klar: eigentlich perfekt, aber weit und breit kein Sex in Sicht.

Viele Serien verlieren ihren Kern, wenn sich ihre Grundkonstellation verschiebt, weil sich die Hauptfiguren weiter entwickeln, wenn sie fortziehen oder an die Uni gehen. Das bedeutet dann entweder das Ende der Geschichte oder den Beginn von krudesten Schreibeinfällen, die jedesmal doch wieder alle zusammenbringen sollen. Mal sehen, ob die Shameless-Schreiber das hinkriegen.

PS: Habt ihr auch gehört, dass Liam nun spricht? Mit zirka fünf?