Season 3, Folge 7
Shameless

Wer jetzt wieder haufenweise Sex erwartet, kann gleich zu lesen aufhören. Es kommt nämlich tatsächlich zur Verhandlung um das Sorgerecht der Gallagherkinder, und wenn Debs und Carl dem Richter antworten, antworten sie ehrlich, und trotz aller Scheußlichkeiten, die das Dauerproblem Frank über seine Familie ausschüttet, ist er in manchen, sehr selektiven Momenten dann ja doch ein Vater und für sie da. Der Richter spricht ihm das Sorgerecht zu, und nicht nur das, er spricht ihm gleichzeitig von ganz schön viel Verantwortung frei, denn Fiona wird zum Vormund bestellt. Sie hat ihre Geschwister jetzt also an der Backe, und bis Liam, der Jüngste in der Familie, 18 wird, ist es noch ein ganz schon weiter Weg.

Fionas Freund Steve wird von der Aussicht auf die kommenden 16 Jahre so schwindlich, dass er für ein Schäferstündchen – okay, doch noch ein bisschen Sex – zu seiner mexikanischen Frau fährt, was seinen mexikanischen Drogenbaronsaufpasser dazu veranlasst, ihm zu sagen, er habe Fiona ja gar nicht verdient. Wie immer macht es einem Shameless total schwer, irgendjemand in dieser engen Welt so richtig furchtbar zu finden, für jedes vollkommen retardierte Verhalten gibt es irgendwo eine Erklärung, die man nachvollziehen kann, kurz bevor man sich dann doch ein bisschen ekelt.

Es ist jedenfalls wieder alles halbwegs gut bei den Gallaghers, wenn man von einer Nebensächlichkeit absieht: Die eben erst offiziell, vor Jahren aber schon tatsächlich verstorbene Tante Ginger muss noch ein ganz offizielles Testament hinterlassen, damit die Gallaghers auf ihren letzten Willen hin in dem Haus bleiben können. Als Lip und Ian ihr Meisterwerk vorlegen, folgt die böse Überraschung: Es liegt bereits ein Testament vor. Der Begünstigte: Ihr Cousin. Es gibt also Menschen, die noch durchtriebener sind, als die Gallaghers: Den anderen Zweig der Familie.