THE NEWSROOM
Fernsehen, wie es auch
sein könnte.

Auf Sky zu sehen. 

 

 

Season 2, Folge 9
The Newsroom

Election Night II – Season Finale

Okay, wir geben's zu: Dass das schon das Season Finale war, hat uns dann doch etwas kalt überrascht. Bis ziemlich ganz zum Ende hin haben wir das nämlich nicht bemerkt, obwohl die Zeichen dafür – wir geben's zu – mehr als eindeutig waren.

Die zweite Staffel von Aaron Sorkins Fernsehnachrichten-Phantasie ist somit rum, und man kann ihm zugestehen, auf ein paar der harschen Kritikpunkte, mit denen er nach der ersten Staffel überkübelt worden war (ok, das ist kein Wort, aber die zwei Üs sind so verlockend) eingegangen zu sein. Die Staffel hatte einen erzählerischen Bogen und wandelte sich nicht von Woche zu Woche, die Charaktere wurden ein bisschen deutlicher und weniger eindimensional, und mit der Senderchefin, Sloan, der supersmarten Anwältin und der resoluten Romney-Kampagnenleiterin sind ein paar Frauenfiguren hinzugekommen, die ein bisschen besser in dieses Jahrhundert passen.

Das Problem "Maggie" haben wir schon gesondert behandelt – und daran hat sich auch nichts geändert. Bis zum Schluss nicht.

Alles wird gut

Fast zu gut eigentlich. Was Sorkin da wohl geritten hat, jegliche Spannung, jeglichen Cliffhänger aus dieser Abschlussfolge zu nehmen? Wollte er allen mal zeigen, dass er ach das Gefühl vom Schwimmen im warmen Vanillepudding verbildlichen kann? Weiß er – im Gegensatz zu uns – schon, dass es keine dritte Staffel geben wird und wollte sich die Peinlichkeit ersparen, The Newsroom mit einem Mördercliffhanger enden zu lassen, der dann nie aufgelöst werden wird?

Jedenfalls ist alles noch einmal gutgegangen: Die Wahl, die Entscheidung, das Team trotz des Genoa-Desasters nicht zu entlassen, die wahlentscheidenden News statt der pikanteren CIA-Geschichte zu bringen , die Beziehung von Jim zu Halie, der Kuss zwischen Don und Sloan, die Versöhnung zwischen Maggie und ihrer Mitbewohnerin und auch die Sache zwischen Will und Mac.

Für unseren Geschmack war das mal wieder viel zu viel Privates und besonders unglaubwürdig, weil wir uns die Arbeit bei der Wahlberichterstattung total idealistisch verbrämt ernsthafter und fokussierter vorstellungen.

Alles wird sehr sehr gut

Die letzte Folge der zweiten Staffel hatte aber ein paar grandiose Momente, in der sich die Stärken von The Newsroom wieder zeigten: Die schauspielerische Weltklasse und die enorm ausgefeilten Dialoge. 

Beides haut einem schlicht um, wenn Will und die Kampagnen-Tante sich im Studio begiften, dass jedem Wiener Schmähtantler die Spucke wegbleibt. Und beides wird auch augenscheinlich, wenn Mac und Will sich ein weiteres Mal befetzen, sich die alten Verletzungen um die Ohren hauen und ihnen ein paar neue hinzufügen, kurz bevor dann doch noch der Ring gezückt wird und MacKenzie "Ja" sagt.

Und okay, wir geben's zu, wir hätten doch gern eine dritte Staffel. All der Pathos ist vollkommen realitätsfremd, und vielleicht brauchen wir ihn gerade deswegen.