THE NEWSROOM
Fernsehen, wie es auch
sein könnte.

Auf Sky zu sehen. 

 

 

Season 2, Folge 7
The Newsroom

Genoa

Wir steigen ein mit Don, der den Anwälten Rede und Antwort steht, zuerst aber eine essentielle Frage stellt: "Versteht ihr, wie dumm diese ganze Angelegenheit ist?" Und Don, der nicht ganz so sympathische Produzent und Ex-Freund von Maggie, hat mit dieser Frage nicht ganz unrecht.

Nachdem wir in Folge sechs endlich erfuhren, worum es bei "Genoa" ging, rückt Folge sieben das Zoom noch einmal ein bisschen näher an das News-Team heran. Wir wussten schon, dass Jerry, der die ganze Geschichte aufbrachte, die Filmaufnahme des Generals gefälscht hatte, so dass es schien, als würde er den Einsatz des Giftgases Sarin durch die US-Army vor laufender Kamera bestätigen. Wir wussten auch, dass der Schwindel aufflog.

Er Folge sieben zeigt uns allerdings, wie ausgefuchst dieser Jerry tatsächlich ist: So oft auch die Richtigkeit der Bänder bezweifelt wird – nie ist ihm irgendein bisschen Gewissen anzumerken. Im Gegenteil: nachdem er gefeuert wurde, verklagt er nun den Sender und beruft sich auf "institutional failure". Er gibt also seinen Vorgesetzten die Schuld an dem ganzen Drama. Klar: selbst schuld, wenn ihr mir vertraut habt. Euer Problem.

Wenn Don also nach der Dummheit der ganzen Sache fragt, meint er damit, dass doch alles geklärt ist: Jerry hat die Aufnahme manipuliert, basta. Ja, es hätte jemandem auffallen können, weil der General darauf bestanden hatte, sich vor einem laufenden Basketballspiel filmen zu lassen, bei dem immer auch die Uhr eingeblendet ist (nach ganz vielen, nicht sehr subtilen Hinweisen  wird selbst MacKenzie irgendwann draufkommen).

Und dann der Anruf: das stimmt alles nicht

Bevor die Suche nach den Fehlern losgeht, sehen wir aber nochmal den Abend, an dem die Genoa-Katastrophe einsetzte. Das Rechercheteam und das Kontrollteam präsentieren noch einmal alles Will. Er war in keine der Vorbereitungen involviert, er weiß von nichts – und sagt dann, er habe dieselbe Geschichte gehört. Sloan erzählt diese Begebenheit den Anwälten. Ihre Frage, ob irgendjemand angeregt hatte, dass Charlie und Will ihre Quellen checken, muss Sloan verneinen. Will gab sein ok, obwohl Jim, Neal und Sloan dagegen waren, die Geschichte zu diesem Zeitpunkt zu bringen. 

Nach Ende der Sendung ruft der General Charlie an. Er habe nie gesagt, was hier gezeigt wurde. "Kalte Füße", meint Charlie. Dann aber folgt die Klage des Verteidigungsministers - und alles ändert sich. Sie finden die Fehler. Sie finden nicht nur Jerrys Fehler, sondern noch weit mehr. Will, Charlie und MacKenzie bieten ihren Rücktritt an. Doch die Senderchefin hält sie in einer der großartigsten Szenen dieser Serie davon ab. Es gehe jetzt darum, sich das Vertrauen der Zuseher wieder zu erarbeiten. Und damit basta.

Diese Folge zeigt, wie toll The Newsroom sein kann, wenn der Plot dieses ganze unerträgliche Liebeszeug weglässt und die Dialoge zwar geschliffen, aber nicht vollkommen künstlich überhöht werden, mit einer Schlagfertigkeit, die so hoch konzentriert nicht einmal bei Robert Palfrader vorkommt, geschweige denn bei klassischen Fernsehjournalisten.

Nur: Jetzt, wo Genoa quasi auserzählt ist – was passiert mit dem Rest der Staffel? Müssen wir nun wieder Jim und Maggie beim Leiden zusehen? Bitte nicht.