Season 6, Folge 11
Mad Men

Bilder, die man nicht vergisst

1) Don und Sylvia im Bett und 2) Bobs Bein an Petes Bein. Die sechste Staffel von Mad Men geht auf ihr Ende zu und dieses auf das Ende zugehen ist in noch keiner der bisherigen Mad Men-Staffeln ein so ausgeprägtes Grundgefühl gewesen wie in dieser. Gut, die Agentur hat sich vergrößert und es gab diese großartige Drogenfolge, in der das Kreativteam wie Zickleins über die Büromöbel hüpfte. Sonst aber war von Aufschwung, von Zuversicht, von einem positiven Wandel kaum etwas zu merken. Trotz 1968. Vielleicht auch wegen.

Und dann ist da Sally, Dons älteste Tochter, die vom Kind zum Teenager wird, von frech zu trotzig, von schwierig zu sehr schwierig. In der Lobby zu Dons Wohnung stößt sie auf Sylvias Sohn. Ein paar Jahre älter, ein bisschen längeres Haar. Mit ihrer Freundin wird sie später Zeile für Zeile schreiben, was ihr an ihm gefällt: Alles nämlich. Die Freundin wird einen Brief an ihn durch die Wohnungstür durchschieben, Sally wird durchdrehen, den Portier um den Schlüssel bitten, die fremde Wohnung aufschließen und dort Sylvia und ihren Vater finden. Sie wird nichts sagen. Nicht zu Megan, nicht zu Dr. Rosen, aber sie wird dieses Bild nicht vergessen.

Eigentlich hatte Sylvia Don in die Wüste geschickt, doch dann hat Don etwas an sich gezeigt, das kaum noch jemand in Erinnerung hat: Seine gute Seite. Er setzt sich dafür ein, dass Sylvias Sohn nicht nach Vietnam muss. Obwohl er sich freiwillig gemeldet hat. Zu Sally wird Don sagen: Sylvia brauchte Trost.

 

Wahrscheinlich denkt Bob dasselbe: Pete braucht Trost. Pete, dessen demenzkranke Mutter von einem bekannten Bobs betreut wird. Getröstet, wie sie sagt. Bob jedenfalls schiebt sich an Pete heran und die Art und Weise, wie dieser versucht, die Contenance zu wahren, ist eine weitere großartige Pete-Szene, sie kommt gleicht nach der Joint-Szene der vorangegangenen Folge.

"Favors" - "Gefallen" - heißt diese Folge, und sie ist tatsächlich voll damit. Manolo, der Bob den Gefallen tut, auf Petes Mutter aufzupassen, damit Bob Pete einen Gefallen tun kann. Don und Sylvias Junge, Ted, der für Don seine Beziehungen zur Army spielen lässt. Don sei ihm nun etwas schuldig, sagt Ted. Und Peggy, die Stan bittet, eine Ratte aus ihrer Wohnung zu schaffen, bietet halb im Scherz einen "Gefallen" als Gegenleistung an. Nach und nach entsteht hier ein langsamer, immer tiefer nach unten ziehender Strudel. Es geht dem Ende zu. Aber der Weg dorthin gelingt Mad Men mal wieder großartig.