Season 6, Folge 7
Mad Men

Und Don trinkt

Nach dem Merger der beiden Agenturen geht es ans Eingemachte: Wer sitzt wo im Board-Room, wer bekommt welches Büro, wer sagt wem, was er zu tun hat. Und so hektisch es in vielen Szenen dieser Folge zugeht, so wenig hat das mit der Agenturarbeit zu tun, der bevorstehenden Präsentation, der Möglichkeit, nach langer mal wieder einen Kunden zu gewinnen und nicht zu verlieren. Doch die Macher von Mad Men scheinen selbst noch erschöpfter vom Agenturalltag zu sein als die Menschen, die dort arbeiten. Der Schwerpunkt liegt stattdessen auf den Dingen, die außerhalb geschehen, nur blöderweise halt immer wieder in den Arbeitstag hineinpfuschen.

Joan hat Schmerzen im Unterleib und es ist ihr Kollege Bob, der immer grinsende, wohlgelaunte Bob, der sie ins Krankenhaus bringt und sie dann sogar zuhause besucht. Er bringt ihrem Sohn einen Football zurück, sogar Joans Mutter hält das für eine nette Geste. Joan aber scheint mit dem Kapitel Männer aus der Agentur, wie mit Männern generell, abgeschlossen zu haben. Pete wiederum hat mit seiner Mutter zu kämpfen, die sämtliche Pfleger vergrault und wie verzogene Rich Kids aus einem Altersheim nach dem nächsten fliegt. Sogar Petes Bruder hielt sie nicht aus, jetzt muss Pete damit klarkommen, mit einer dementen älteren Dame zusammen zu wohnen. Peggy wiederum versucht damit klarzukommen, dass sie nun wieder zwei Chefs hat, von denen einer Don ist.

Don, der mit ganz genau gar nichts klar kommt, und gänzlich unerträglich wird, wenn er Sylvia, die Nachbarin, mit der er eine Affäre hat, in einer schwülen SM-Fantasie im Hotel einsperrt, ihr ein Kleid schicken lässt, die Erwartung, auszugehen, dann aber enttäuscht. Natürlich. Sylvia, die zunächst darauf einsteigt, steigt am Ende doch aus und will wieder nachhause – in ein Nachhause ohne Don. Sie beendet die Affäre. Und Don? Trinkt.

Eine schmerzhaft gute Folge.