Season 2, Folge 12
Homeland

40 Minuten lang nichts. 40 Minuten, die so aufregend sind wie die Bürotage zwischen Weihnachten und Silvester, wo man ein bisschen aufräumt, den schlimmsten Plunder wegwirft und zwischendurch immer ein bisschen mit den anderen armen Seelen schwätzt, die auch im Büro sind und nicht auf der Piste. 40 Minuten lang hat die letzte Folge der zweiten Staffel von Homeland uns nur diese angenehme Erleichterung gezeigt, die immer eintritt, wenn gerade ein Projekt fertig wurde, wenn plötzlich wieder Zeit ist für die aufgeschobenen Dinge und für das Neue, das man zu tun sich vorgenommen hat. 40 Minuten, in denen man Carrie und Brody dabei zusehen konnte, wie sie (übrigens beeindruckend durchsichtig gespielt) versuchen, die Illusionen, die sie voneinander haben, an der Wirklichkeit zu überprüfen. 40 Minuten lang ist alles irgendwie gut.

Nazir ist tot, Brody hat seine Doppelagentenrolle im Sinn der CIA erfüllt und Peter schießt ihn doch nicht über den Haufen: „I’m the guy who kills the bad guys“, sagt er, und Brody hat sich am Ende ja doch für das Gute entschieden. Und für Carrie. Auch Estes verabschiedet sich von dem Plan und gibt seine Intrige gegen Saul auf. Dieser schlägt Carrie vor, sich für ihre Beförderung einzusetzen, aber sie zögert. Die Top-CIA-Agentin und der Attentäter, dass ist im akzeptablen Love-Spektrum einfach nicht vorgesehen. 40 Minuten geht das so, geht es um das Leben und um den Tod, denn Brody hat ja den Vizepräsidenten umgebracht, was ihn nicht davon abhält, zu dessen Trauerfeier zu gehen, die Witwe zu ihrem Platz zu begleiten, dem Sohn zu kondolieren und sich dann mit Carrie wie zwei triebgesteuerte Teenager davonzustehlen.

Und dann, während Saul gerade dabei ist, wie Abu Nazirs Leiche dem Meer übergeben wird, explodiert die Bombe. In Brodys Auto. Vor dem CIA-Gebäude. Während der Trauerfeier. 200 Tote. Carrie und Brody leben. Für einen kurzen Moment hält sie ihn für schuldig. Er überzeugt sie vom Gegenteil. Sie sagt, niemand werde ihm glauben. Sie organisiert einen Pass, einen Führerschein, Geld und die Flucht nach Kanada. Im Fernsehen bekennt sich eine Gruppe von Terroristen zu der Tat. Sie zeigen Brodys Bekennervideo, das er allerdings für jenen Anschlag aufgenommen hatte, den er schlussendlich nicht begang. Seine Familie kann nicht glauben, was sie im Fernsehen sieht. Carrie lässt Brody an der Grenze zurück.. Er versteht das. Sie hat jetzt wieder einen Auftrag. Nein, sie hat zwei Aufträge: Ihn zu schützen. Und den wahren Täter zu finden.

Uff.

Und ja, trotz allem, wahnsinnig großartig.