text - Christoph Wagner
Fotos – Max Kropitz, christoph wagner
  

Meine engagierte Woche 

Sich für etwas einsetzen, auf die Straße gehen, versuchen, die Welt ein bisschen besser zu machen: Ist das nicht wichtiger denn je, jetzt, wo so viele, die etwas zu sagen haben, durchdrehen? Unser Autor hat lange gar nichts getan. Jetzt hat er sich in wenigen Tagen aber für beinahe alles engagiert, was er finden konnte. Was hat das mit ihm gemacht? 

Opernballdemo „Eat the Rich“; KJÖ und KSV
Teilnehmer: 500 (laut Veranstalter), 250 (Polizei)

Gossip Girl oder doch Diva? Der Typ, der zu Beginn der Demo neben mir geht, war mir davor schon in der U-Bahn aufgefallen. Da hatte er (Mitte 30, zerzaustes Haar, Wanderrucksack) aber andere Probleme: Welchen Filter sollte er in einer Foto-App über ein Selfie legen – das Gossip Girl oder doch die Diva? Jetzt ist er jedenfalls sehr entschieden. Er brüllt mit Abstand am lautesten die Parolen nach, die vom Pritschenwagen am Beginn des Zugs kommen.

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Wir sind zu Beginn etwa 150 Menschen und marschieren durch Wien, nur ganz wenige von uns glauben, sich heute vermummen zu müssen. Und viele von uns haben Transparente in der Hand. Ich auch. Auf dem Schild, das mir vorher jemand in die Hand gedrückt hat, steht: „Kaviar für Euch, Krise für uns.“

Es ist schon sehr lange her, dass ich demonstriert habe, und ehrlicherweise war ich damals auch nicht ganz ohne Hintergedanken dabei. Ich ging damals noch zur Schule, die Demo war an einem Vormittag und wir bekamen dafür frei. Worum es ging, weiß ich nicht mehr. Nur, dass wir am Ende am Heldenplatz saßen und dass das Mädchen, in das ich verliebt war, ein schwarzes Bandana auf dem Kopf trug.

Demos sind generell nicht mein Ding, vielleicht liegt das auch daran, dass ich beruflich, als Journalist, auf vielen war, auch auf einigen, bei denen es etwas wilder wurde. Mit der Zeit hat sich eine ehrliche Abneigung entwickelt. Umso mehr wundert es mich, dass ich bis jetzt alles so okay finde. Wir sind zwar erst seit wenigen Minuten in Bewegung, aber von den vier Leuten, mit denen ich bisher gesmalltalkt habe, waren alle nüchtern und drei nicht ganz wahnsinnig.

Wir gehen zügig durch eine Straßenbahnstation in der Hütteldorfer Straße, in der wegen uns dreimal so viele Menschen warten wie normalerweise. In den nächsten 20 Minuten wird hier keine Bahn fahren, zur Stoßzeit, wenn alle Wartenden nur nach Hause wollen. Die Masse brüllt „a anti anticapitalista“, ich klammere mich an mein Schild, gehe still am rechten Rand der Gruppe. Eine Frau in der Station straft mich mit einem Blick, den ich gut kenne, weil ich ihn auch oft einsetze. Es ist der Ist-das-wirklich-notwendig-Blick.
Keine Ahnung, ist es das?

Die Reichen werden gefressen, die Armen gefüttert, und sehr viel gereimt wird auch

Wir marschieren weiter durch den 15. Bezirk und biegen in die Mariahilfer Straße ein. Wir sammeln unterwegs immer weitere Demonstranten ein. Der Zug wird länger und lauter. Ich gehe jetzt in einem Abschnitt, der sogar so laut ist, dass ich mir blöd vorkomme, gar nichts zu machen. Aber was? Mitschreien? Das kann ich nicht, das ist mir sogar im Fußballstadion peinlich. Möglichkeit zwei ist, im Takt mitzuklatschen, während die anderen schreien. Dann, wenn sie, frei übersetzt, die Reichen fressen, um die Armen zu füttern.

Es wird übrigens auch sehr viel gereimt, „Opernball“ auf „Kapital“ zum Beispiel („Weg mit dem Opernball, nieder mit dem Kapital“), „Stück“ auf „zurück“ („Gebt uns mehr vom Kuchenstück, wir wollen unser Geld zurück“) oder „schmeißen“ auf „scheißen“ („Bonzen aus der Hofburg schmeißen, Sobotka vor die Türe scheißen“).
Die Organisatorin auf der Pritsche freut sich übrigens sehr darüber, dass wir eine Route gehen, die den Identitären vor einiger Zeit untersagt wurde.
Verändern wir hier was? Wohl kaum. Es ist, wenn, dann ein symbolischer Akt.

Und vielleicht erklärt das auch, warum die Demo einen bunten Strauß Themen anspricht. Vorher haben wir gegen Grenzen und Mauern angeschrien, dann ein Bleiberecht für alle gefordert. Dann haben wir den Mitarbeiterinnen der Handelskette „Müller“ ausgerichtet, dass ihre Chefs alle Idioten sind. Muss man wirklich alles besprechen, was einem wichtig erscheint, nur weil man schon mal da ist? Vielleicht.

Beim Museumsquartier wird die Polizei noch einmal mit ein paar roten Bengalen erschreckt, dann ist der Protestmarsch ohne große Aufregung vorbei. Vor dem Pritschenwagen wird noch einmal skandiert. Auch aus dem Publikum kommen jetzt Parolen zu verschiedensten Themen, die zwar nicht so viel mit dem Opernball zu tun haben, aber die die anderen auch gut finden und lautstark wiederholen. Kurz bevor ich gehe, schreit einer noch: „Rettet den Wal!“ Niemand anderer schreit: „Rettet den Wal!“

Nein, ich bin nicht so der mega-engagierte Typ. Wahrscheinlich ist das Wetter eines der wenigen Dinge in meinem täglichen Leben, die mich wirklich beschäftigen. Ein ehemaliger Studienkollege hat mir mal geschrieben: „Happy birthday, obwohl ich nicht weiß, ob Geburtstage bei dir nicht auch unter ‚eigentlich is ma eh ois wuascht‘ fallen.“ Klar, es hat zweifellos Vorteile, wenn einem nicht jede Kleinigkeit den Tag ruiniert. Wäre ich zum Beispiel ein bisschen mehr wie mein Vater, meine Halsschlagader würde bei der Wortkombination „Demo, Straße, Sperre“ so stark pumpen, dass sie jeder sehen könnte. Ich würde mir dann unbedingt eine Ausweichroute suchen müssen und mein Tag wäre gelaufen. Ich bin froh, seine Unruhe nicht geerbt zu haben. Aber es geht um etwas anderes. Unlängst glaube ich mich dabei erwischt zu haben, dass das, was ich selbstbewusst Entspannt- und Lockerheit genannt habe, in den vergangenen Jahren zu etwas geworden ist, was ich nicht sein will: gleichgültig.


BARCAMP ASYL | INTEGRATION | MIGRATION
Mitgestaltung des Positionspapiers; NEOS
Teilnehmer: ca. 40

Erst vor ein paar Stunden habe ich mich als interessierter Bürger mit einer formlosen E-Mail angemeldet. Ich dachte, es würde sich dabei um eine moderierte Diskussion mit Experten und einem Politiker zum Thema Asyl, Integration und Migration handeln – eine Diskussion, die dann vielleicht in das NEOS-Positionspapier zum Thema einfließen kann. Jetzt sitze ich in einem gläsernen Besprechungsraum und schreibe Stichworte auf große, bunte Post-its. Ich weiß zwar nicht, wie das passiert ist, aber ich bin Teil der Arbeitsgruppe 2, Integration. Gemeinsam mit Gemeinderäten, sonstigen Parteimitgliedern und anderen interessierten Bürgern versuche ich in einer Zwölfer-Runde herauszufinden, was unbedingt in das Positionspapier Integration und Asyl der NEOS soll. Es ist mein erstes politisches Engagement, wenn man „Wählen gehen“ noch nicht als politisches Engagement bezeichnet.

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Mit den NEOS habe ich mich bis jetzt nur sehr oberflächlich auseinandergesetzt. Ich weiß, dass ihr Chef Yoga macht, sie die GIS abschaffen wollen und dass die Chancen, in irgendeiner Kommunikationsabteilung unterzukommen, ganz gut sind, wenn man mal Journalist war. Es beeindruckt mich, wie viele Leute an einem Montagabend die Muße haben, aktiv zu werden. Ich habe sie normalerweise nicht. Einer ist sogar, wenn ich das richtig verstanden habe, extra aus der Steiermark dafür angereist. Aber okay, das Thema emotionalisiert, jeder hat etwas dazu zu sagen.

Ich kann zum Beispiel erzählen, dass ich in Favoriten aufgewachsen bin und bis vor kurzem dort gewohnt habe. In den Augen vieler NEOS-Menschen macht mich das zum absoluten Topexperten für Integration. Wir diskutieren sehr heftig, und ich habe das Gefühl, dass mein Engagement sich heute vielleicht tatsächlich auszahlen könnte. Auch, weil die Vorschläge, Ideen und Ziele, die die Leute hier haben, nicht utopisch wirken. Dementsprechend motivierter bin ich auch, etwas beizutragen.
Je tiefer wir allerdings versuchen, ins Thema zu gehen, desto schwieriger scheint es uns zu fallen, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren. Vielleicht ist Politik einfach so.


#KORSO4DENIZ

Autokorso für die Freilassung von Deniz Yücel und allen anderen in der Türkei inhaftierten Journalist/innen
Teilnehmer: ca. 60

Ich habe kein Auto und sitze deswegen auf meiner Vespa, aus meinem Rucksack ragt, hoffentlich gerade und gut lesbar, ein selbst gebasteltes Schild, auf dem auf einer der beiden Seiten groß „Journalismus ist kein Verbrechen“ und klein darunter „#FreeDeniz“ steht. In einem circa zwanzig Auto, drei Roller und zehn Fahrräder starken Korso hupen, tröten, klingeln und pfeifen wir uns also, begleitet von einer sehr entspannten Motorrad-Eskorte der Polizei, durch die Stadt. Die Hupe meiner Vespa klingt dabei wie eine Kleinkinderversion der Hupe des VW Fox vor mir, die wiederum wie eine Kleinkinderversion einer echten Hupe klingt.
Die meisten Menschen, an denen wir vorbeifahren, fragen sich wahrscheinlich: Wer bitte ist dieser Deniz?

Deniz Yücel und ich kennen uns flüchtig: Als ich für „Die Welt“ in Berlin gearbeitet habe, haben wir einmal kurz in der Teeküche geplaudert. Ich mochte ihn, weil er viel weniger eitel als viele andere in der Branche wirkte. Wegen angeblicher Propaganda für eine terroristische Vereinigung und Aufwiegelung der Bevölkerung sitzt er jetzt im Gefängnis in der Nähe von Istanbul. Mit dem Korso fordern wir heute seine Freilassung und die aller anderen in der Türkei inhaftierten Journalisten. Das sind immerhin deutlich über 100. Deniz ist seit seiner Festnahme das Gesicht, das für den Kampf um freie Meinungsäußerung, freie Presse und freie Gedanken steht. Im Moment sieht es nicht danach aus, als würde er in der Türkei ein faires Verfahren bekommen.

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Auch in vielen anderen deutschsprachigen Städten wird heute solidarisch gehupt. Vor allem in Deutschland, aber auch in der Schweiz und in Österreich. Der Korso in Wien endet auf dem Vorplatz des Parlaments. Die Polizei hat vorgeschlagen, dorthin zu fahren, damit es auch jemand mitbekommt. Noch einmal drücken wir die Hupen bis zum Anschlag durch, machen ordentlich Lärm. Es stimmt schon: Egal, wie laut wir sind, es gibt natürlich keine Dezibel-Schwelle, bei der ein Journalist irgendwo aus einem Gefängnis entlassen wird. Aber ich glaube: Je lauter wir sind, desto deutlicher ist das Zeichen, das wir gemeinsam setzen.

Auch heute finde ich, dass es sich ausgezahlt hat, herzukommen. Am Abend werden in fast jeder Nachrichtensendung Bilder von uns zu sehen sein. Logisch, dass man so mehr Menschen erreicht als zu Hause auf der Couch.

Auch wenn ich länger nachdenke, dann fällt mir nichts ein, für das ich mich in den vergangenen Jahren massiv engagiert hätte – zumindest nichts Politisches oder Gesellschaftspolitisches. Als Jugendlicher war ich begeisterungsfähiger, habe zumindest in der Schule Fair-Trade-Stände organisiert und mein Taschengeld im Dritte-Welt-Laden rausgeschmissen. Woher kommt diese plötzliche Lethargie? Wie kann es sein, dass ich mich für nichts motivieren kann, obwohl es doch viel gäbe, für das es sich lohnen würde, etwas zu tun? Den Köpfen von Bewegungen wird oft unterstellt, Wichtigtuer zu sein. Kann es sein, dass es mir deswegen so schwerfällt, mich auf sie einzulassen? Weil ich Angst habe, selbst als Wichtigtuer dazustehen? Außerdem ist es einfacher, gegen etwas zu sein, als dafür. Nach den ersten drei Veranstaltungen bin ich jedenfalls erleichtert. Misanthrop bin ich keiner.


INFOABEND CONNECTING PEOPLE
Patenschaft für junge Flüchtlinge; Asylkoordination Österreich
Teilnehmer: mehr als Stühle (ca. 30)

Ich hasse es, zu spät zu kommen, ich empfinde es als respektlos und dementsprechend unangenehm ist es mir, dass ich mit 15 Minuten Verspätung in den Seminarraum der Asylkoordination platze.

Der Sozialarbeiter, der uns heute etwas über Patenschaften für Flüchtlinge erzählt, freut sich, dass so viele gekommen sind. Die Diskrepanz zwischen den Anmeldungen und denen, die dann tatsächlich auftauchen, sei normalerweise sehr hoch, heute aber nicht. Aber umso besser: Paten würden immer gebraucht, sagt er. Immer, immer, immer. Damit wir auch verstehen, mit wem wir vielleicht bald einen Teil unserer Zeit verbringen, skizziert der Mann von der Asylkoordination den Alltag junger Flüchtlinge. Vieles davon habe ich zwar schon irgendwann einmal gehört, er erzählt es aber so, dass es mir näher geht als sonst.

Mir gefällt die Idee, Pate eines Jugendlichen zu werden, immer besser. Der Sozialarbeiter verkauft es als Horizonterweiterung und bereichernde Erfahrung für beide Seiten. Ich glaube, dass da etwas dran ist. Das Einzige, was mir Bauchweh bereitet, ist die Zeit. Die zwei bis drei Stunden pro Woche, klar, die sollte jeder irgendwie haben. Aber warum sehe ich dann meinen besten Freund oft wochenlang nicht?

Einer stellt immer noch Fragen

Die meisten der anderen Interessierten, die heute hier sind, sind schon etwas älter als ich. Das Zeitproblem haben sie wahrscheinlich nicht mehr. Wobei: Mein Vater ist, seit er in Pension ist, beschäftigter als je zuvor. Ein paar Minuten nach mir ist noch eine junge Frau gekommen, die wahrscheinlich überall auffällt, aber in dieser Konstellation hier ganz besonders. Sie ist stark geschminkt, großflächig tätowiert, hat Silikon in der Brust und Hyaluron in den Lippen.

Sie und ich haben, wenn ich ihre Mimik richtig interpretiere, etwas gemeinsam: Wir finden beide die sich wiederholende Frage, wie sich die Flüchtlinge denn benehmen, sehr komisch. Es macht irgendwie den Eindruck, als würden ein paar nur mitmachen wollen, wenn sie einen Vorzeigeflüchtling, wie auch immer man sich den vorstellen kann, vermittelt bekommen.

Am Ende des Abends ist es wie damals in der Schule. Es hat geläutet, alle wollen gehen, aber einer stellt immer noch Fragen, die eigentlich vorhin schon beantwortet wurden. Beim Gehen erzählt die tätowierte Frau, dass sie schon jemanden kennt, von dem sie gerne Patin werden würde. Nur der offizielle Weg, der fehlt noch.

Beim Wort Engagement entstehen in meinem Kopf keine Bilder von Demos. Auch keine von bunten Post-its oder hupenden Autokolonnen. Auf diesen Bildern sehe ich immer Menschen. Menschen, denen direkt geholfen wird. Mit Decken und warmen Suppen an kalten Wintertagen etwa, oder in Klassenzimmern, in denen Flüchtlingen Deutsch gelehrt wird. Dieser direkte Kontakt zu Menschen hatte sich bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht ergeben. Direktes Feedback zu bekommen für das, was man tut, ist nicht zu unterschätzen. Man kennt das ja aus der Arbeit oder noch aus der Schule. Ich will herausfinden, wofür ich mich wirklich einsetzen will. Vielleicht reicht mir die theoretische Ebene nicht, zu warten, dass irgendwann vielleicht irgendetwas passiert. Vielleicht ist wirklich der direkte Kontakt das, was ich brauche, um mich motivieren zu können, regelmäßig etwas zu tun.


EIGENINITIATIVE
Tennis mit jungen Flüchtlingen
Teilnehmer: 5

Wie lange eine Minute sein kann, wenn man sich nichts zu sagen hat. Ein-und-zwanzig, zwei-und-zwanzig, drei-und-zwanzig. Wenn ich gewusst hätte, wie sehr sich der Weg von der Flüchtlingsunterkunft zum Tennisplatz zieht, wären mir die paar Euro, die der Platz woanders mehr gekostet hätte, egal gewesen. Nach dem Abend bei NEOS und der Infoveranstaltung gestern wollte ich etwas Echtes machen. Ein alter Studienkollege, das hatte ich auf Facebook gesehen, engagiert sich in einer Organisation, die Flüchtlinge zu Fußballvereinen vermittelt. Bei einer dieser Mannschaften leitet er manchmal Trainings.

Ich bin ein eher durchschnittlicher Fußballspieler. Dafür kann ich ganz gut Tennis spielen. So kam es, dass wir, das sind vier circa 16-jährige Burschen aus Afghanistan und ich, in einem schlampigen Halbkreis in der vollen U6 stehen und uns anschweigen. Gestern Abend hatte ich eine gute Bekannte angerufen, die in einem Wohnheim für junge Geflüchtete arbeitet, und angeboten, mit ein paar von ihren Jungs Tennis spielen zu gehen, falls jemand Lust darauf hätte. Sie fragte nur: „Wie viele kannst denn mitnehmen?“

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Bei Small Talk in öffentlichen Verkehrsmitteln komme ich mir grundsätzlich komisch vor, also lasse ich es. Ich glaube, den Jungs geht es ähnlich. Denn kaum sind wir ausgestiegen, zählt einer stolz auf, welche Tennisspieler er kennt: Federer, Nadal, Djokovic, … Er weiß sogar, wer das letzte große Turnier gewonnen hat. Wir kommen ganz gut zurecht. Nur wenn wir komplett aneinander vorbeireden, spielt der Lässigste der Gruppe den Dolmetscher.

Für alle vier ist es heute die erste Tennisstunde. Ich will sie trotzdem nicht mit zu viel Technik plagen, also zeige ich nur kurz vor, wie es ungefähr ausschauen soll, dann schlagen wir schon die ersten Bälle. Für das erste Mal stellen sich alle wirklich ordentlich an. Der Bursche, der ein altes Fußballtrikot von jemandem trägt, der Lukas H. heißt, schwingt sogar schon richtig. Ich habe den Eindruck, dass sie eine echte Freude haben. Mir taugt das natürlich sehr. Sie wollen sogar kein einziges Mal eine Pause machen, obwohl ich sie die ganze Zeit laufen lasse.

Ein Spiel, bei dem man dazu auch noch ein bisschen vollieren lernt, heißt Burg verteidigen. Dabei stehen die Schüler ganz nah am Netz und der Trainer spielt unregelmäßig Bälle an, die mit Volleys abgewehrt werden sollen. Hinter ihnen steht nämlich, so geht die Einleitung des Spiels eigentlich, die Burg. Und die darf von den Bällen, den Bomben, keinesfalls zerstört werden. Ich erkläre das heute ein bisschen anders.

Die Burschen sammeln die Bälle immer so schnell ein, dass mir am Ende für das, was sie können, fast keine Übungen mehr einfallen. Bevor wir gehen, wollen sie zur Erinnerung noch ein Foto machen. Wir legen die Tennisschläger wie Hände übereinander. Auf der Rückfahrt wird nicht mehr geschwiegen. Alles ist ungezwungener, gelöster, entspannter.

Ich habe mir heute viele Fragen verkniffen. Den ganzen Nachmittag haben wir mehr geblödelt, eigentlich über gar nichts Ernsthaftes gesprochen. Ich glaube aber, das war genau richtig so.


NETZPOLITISCHER ABEND
Vorträge und Diskussion zu netzpolitischen Themen; Metalab
Teilnehmer: ca. 80

Noch am selben Abend zeigt sich mir die Vielfältigkeit der Welt des Engagements. Im Metalab, einem ausgebauten Keller gleich hinter dem Rathaus, findet der 14. Netzpolitische Abend statt. Die Themen, die mir zu Netzaktivismus spontan einfallen, sind Vorratsdatenspeicherung und Netzneutralität. Ich finde Massenüberwachung auch nicht gut, aber wenn ich priorisieren müsste, würde ich mich aus dem Bauch heraus eher für etwas anderes einsetzen. Die Leute hier sehen das sicher anders.

Bevor es losgeht, reißt der Moderator mit den blauen Haaren Witze über die NSA, Open Source und Passwörter. Die meisten davon kapiere ich nicht. Ich glaube sowieso, dass die meisten hier mit Dingen Geld verdienen, die ich nie verstehen werde. In den Vorträgen geht es dann um Suchmaschinen, Netzsperren in Österreich und Big-Data-Business. Besonders der Netzsperren-Vortrag löst eine emotionale Diskussion aus.

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Für mich ist das Thema komplett neu. Anscheinend entwickelt sich das Internet so schnell, dass der Gesetzgeber nicht mehr hinterherkommt. Es gehe darum, unser Grundrecht auf Meinungsfreiheit im Internet zu schützen, sagt einer der Redner. Er zählt dabei auf uns.


AKTIVISMUSBRUNCH
Neuaktivtreffen des Vereins gegen Tierfabriken (VGT)
Teilnehmer: 10

Endlich habe ich mal Gelegenheit, meinen peruanischen Wollpullover, den ich vor Urzeiten geschenkt bekommen habe, zu tragen – es ist das erste Mal. Ich war mir sicher, dass die Tierschützer, die ich gleich zum Brunchen in einem veganen Lokal treffen werde, ähnliche Dinge tragen würden. Doch jetzt sitze ich neben Menschen in Adidas und Tom Tailor und komme mir wie ein Klischee vor.

Jeden ersten Samstag im Monat findet der Brunch für alle statt, die sich überlegen, beim VGT mitmachen zu wollen, und ich war davor ein bisschen aufgeregt. Warum kenne ich eigentlich niemanden, der etwas gegen Tierschutz hat, aber so viele, die sich über die Leute aufregen, die ihn auch einfordern? Tierschützer haben einen verdammt schlechten Ruf. Warum?

Während ich ein veganes Cordon Bleu esse, lerne ich viel über Aktivismus. Zum Beispiel, warum die Erfolgschancen einer Demo nicht von der Anzahl der Teilnehmer abhängen, sondern davon, wo und vor allem wie oft sie stattfindet. Ich finde es beeindruckend, wie nüchtern und fokussiert die Menschen hier Aktionen angehen und gleichzeitig trotzdem für das Thema brennen – und das dann auch gleich im Anschluss an den Brunch bei einer Aktion beweisen.

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Wir stehen vor der Stadthalle, in der heute eine Messe stattfindet. Es ist ein großes Zelt aufgebaut, das jedes Mal, wenn ein Windstoß kommt, fast wegfliegt. Ich stehe darunter, halte mit der einen Hand das Zelt fest und klopfe mit der anderen jedes Mal, wenn jemand vorbeikommt, ganz leicht mit dem Kugelschreiber auf die Petition für ein neues Tierschutzgesetz, die vor mir liegt.

Die Leute für eine Unterschrift zu gewinnen ist einfach. Das liegt weniger an mir, sondern mehr daran, dass der Verein in diesem Fall das fordert, was jeder wollen würde, wenn er davon wüsste.

Nach circa einer Stunde lasse ich die Gelegenheit aus, zum Mittelpunkt der heutigen Aktion zu werden. Statt in das wirklich lustige Fasan-Kostüm zu schlüpfen und die Leute vor der Stadthalle zu bespaßen, rühre ich mich nicht von der Stelle. Ich kann das nicht. Ich bin zu schüchtern für so etwas.

Während meiner engagierten Woche ging ich einmal an einem Bettler vorbei, der mit fragendem Blick das Kupfer in seinem Becher schüttelte. Wie ich dieses Geräusch hasse, das einem immer ein schlechtes Gewissen macht. Andererseits ist es auch das Einzige, was mich immer wieder auch im Kleinen helfen lässt. Bis vor wenigen Tagen habe ich zum Beispiel meine jährliche Kleiderspende an die Putzfrau von Freunden als billigen Versuch abgekanzelt, mein fehlendes Engagement zu kaschieren. Genauso den Augustin-Kauf nach dem vierten großen Bier im Stammlokal, der sich so gut anfühlt.
Mittlerweile frage ich mich: Ist das wirklich so schlimm? Warum haben wir begonnen, Hilfe, sei sie auch noch so klein, zu bewerten? Ich weiß zum Beispiel nicht, wem die Tennisstunde mehr gegeben hat – mir selbst oder den Jungs? Ich weiß auch nicht, warum sich so viele Leute für eine Patenschaft interessieren. Tun sie es für sich selbst? Für die jungen Flüchtlinge? Von beidem ein bisschen? Ist das überhaupt wichtig? Ich habe gemerkt, dass wir, wenn wir über Engagement sprechen, dazu neigen, streng zu sein. Mit uns selbst und den anderen. Zu einem guten Engagement braucht es, so ist zumindest mein Eindruck, auch ein gutes Motiv. Sonst gilt es nicht.


LAUFEN HILFT
Spendenlauf für die St. Anna Kinderkrebsforschung und das neunerhaus
Teilnehmer: 3.100
Spendensumme: 10.000 Euro

Mit lästigen Kopfschmerzen, die man so nur hat, wenn man am Vorabend zwei Bier zu wenig statt zu viel getrunken hat, stehe ich um kurz vor zwölf im Startbereich von „Laufen hilft“ im Wiener Prater. Ich habe wirklich keine Lust, mich auch nur einen Kilometer zu bewegen, aber ich muss es jetzt tun. Wobei: Rein pragmatisch gesehen, wäre es egal, ob ich die zehn Kilometer laufe oder nicht. Meine Anmeldegebühr habe ich schließlich bezahlt und ich könnte einfach nach Hause fahren, mich hinlegen und das Geld würde trotzdem bei St. Anna und dem neunerhaus ankommen.

Aber ich bin ehrgeizig. Und außerdem habe ich vor ein paar Jahren, mit Anfang 20, genauso unvorbereitet und in ähnlichem Zustand einen Halbmarathon in einer Stunde und 53 Minuten geschafft.

Heute ist mir unglaublich heiß und ich keuche schon nach ein paar Minuten wie ein gestresster Hund. Bei jeder Trinkstation werde ich ein bisschen langsamer und schütte mir mit zittriger Hand Wasser halb in den Mund, halb ins Gesicht. Ein paar hundert Meter vor dem Ziel überholt mich dann noch ein kleines Kind. Platz 430. Ich fühle mich nicht, als hätte ich mich engagiert, sondern einfach nur alt.

Was ist von den Tagen bisher hängen geblieben? Ich hatte vor allem elementare Fragen: Wofür soll man sich wirklich einsetzen? Hänge ich einem frierenden Menschen, salopp gesagt, eine Decke um und engagiere ich mich im Kleinen – oder habe ich den Mut für das große Ganze und zettle sogar eine Revolution an? Engagement ist, so viel ist klar, eben nicht nur eine Zeit- und Geldfrage. Es ist vor allem eine Frage der Verantwortung. Die Welt des Engagements kann in nur wenigen Tagen unglaublich vielseitig sein. Um zu verstehen, wofür ich mich wirklich einsetzen will, muss ich diese Bandbreite aber noch weiter ausreizen.


STOPP RISIKO-REAKTOREN RUND UM ÖSTERREICH
Kundgebung vor dem Bundeskanzleramt; Plattform Atomkraftfrei
Teilnehmer: ca. 35

Es ist Montag, die Morgensonne kämpft sich gerade an einer Wolke vorbei, ich stehe vor dem Bundeskanzleramt und höre eine Stimme, die ich schon lange nicht mehr so laut schreien gehört habe. Es ist meine eigene. „HERR BUNDESKANZLER, WIR FORDERN“, brülle ich, wenn zwei Rot-in-Rot gekleidete ältere Damen mich dazu auffordern. Die beiden suchen noch das gemeinsame Timing. Jetzt, zu Beginn, klingt es nämlich so ähnlich wie: „Herr Bu-, Herr Herr Bundes, -undeskanzler!“

Die Forderung danach, meistens ein langer Satz oder zwei, würden selbst professionelle Anpeitscher nicht synchron hinkriegen. Umso besser finde ich es, dass sich die Damen relativ flott entschließen, sich die Sätze zum besseren Verständnis aller aufzuteilen. Ich, schreiend auf einer Kundgebung, das hätte ich vor ein paar Tagen kategorisch ausgeschlossen.

Ich muss mitmachen, damit uns jemand hört

Aber heute sagt mir irgendetwas, dass ich mitmachen muss, damit uns jemand hört. Der Einsatz gegen Atomkraft ist anscheinend so etwas wie das Veteranentreffen des Engagements. Die meisten, die gekommen sind, sind ältere Frauen. Schon seit Jahrzehnten, erzählt mir eine von ihnen, gehen sie gemeinsam für eine atomfreie Zukunft in Österreich auf die Straße. Sie selbst seit Tschernobyl 86.

Die Menschen hier sind ein schräger, aber sympathischer Haufen. Man würde es gar nicht schaffen, daneben zu stehen und nicht mitzumachen. Jedes Mal, nachdem wir „Herr Bundeskanzler, wir fordern“ gebrüllt haben, machen wir großen Krach. Mit Ratschen, Trillerpfeifen, Tamburins. Eine tanzt vor sich hin, während sie zwei verbeulte Topfdeckel aneinanderschlägt, die Frau neben mir heult dann sogar wie ein Wolf in ihr Megafon.

In wenigen Tagen jährt sich die Atomkatastrophe von Fukushima zum sechsten Mal. In der Nähe von Österreich soll so etwas, das fordert der Verein heute, gar nicht erst passieren können. Aber Tschechien, die Slowakei oder Ungarn planen derzeit neue Reaktoren, statt die alten abzuschalten. Vom Bundeskanzler fordern sie heute vor allem, dass er Klage gegen den mit Staatsbeihilfen finanzierten geplanten Ausbau des Atomkraftwerks Paks II beim EuGH einreicht. Ich hoffe, er hört uns, sagt eine der Frauen. Ich schaue rüber zum Bundeskanzleramt. Die meisten Jalousien sind zumindest noch zu.

Je länger ich mich mit dem Thema auseinandersetze, desto mehr erkenne ich Parallelen zu Dingen, die ich selbst ganz gut finde. Bei unserem Tennisverein*, zum Beispiel, bei dem ich, seit ich ein kleines Kind war, Mitglied bin, ist jahrelang nichts passiert. Ein Freund und ich haben dann irgendwann gesagt: „So, Leute …“ – und angefangen, etwas zu tun. Es hat sich seitdem eine Dynamik entwickelt, über die ich manchmal schmunzeln muss. Wenn wegen der Aufstellung im entscheidenden Spiel 30 E-Mails hin- und hergeschickt werden, ich extra aus meinem damaligen Wohnort Berlin einfliege, nur um in der Holzklasse einen sicheren Punkt zu holen. Ich erzähle das, weil ich deswegen in den vergangenen Tagen viel besser verstehen konnte, warum die Leute so für das brennen, was sie tun. Für viele ist es mit der Zeit auch ein Hobby geworden.

*Disclaimer: Der Autor ist Obmann-Stellvertreter dieses Vereins oder wie er es gerne nennt: Vizepräsident.


AKTIV WERDEN IN WIEN UND NIEDERÖSTERREICH
„Setze dich ein für Menschenrechte!“, Amnesty International
Teilnehmer: 12

Am Abend sitze ich in einer Runde von jungen Leuten in der Büroküche von Amnesty Österreich und mache mir Gedanken über Kurznachrichten. Ich kenne fast niemanden, der noch SMS schreibt. Trotzdem schmeißen sie uns die Mobilfunkbetreiber hinterher. Ich habe einen Vertrag, in dem ich jeden Monat 1.000 SMS schreiben könnte, ohne mehr zu bezahlen. Es sind aber nicht mehr als fünf oder sechs.

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Ich denke darüber nach, weil es anscheinend die Möglichkeit gibt, die restlichen 994 sinnvoll zu nutzen. Natürlich nicht alle 994, aber zumindest ein paar. Als eine ehrenamtliche Mitarbeiterin vorhin die verschiedenen Möglichkeiten des Engagements umriss, erzählte sie uns auch von der Option, SMS-Aktivist zu werden. Ich fand das lustig, weil egal, an welche Art von Aktivismus ich dachte, SMS schreiben dabei nie eine zentrale Rolle spielte. Als SMS-Aktivist muss man eigentlich nicht viel tun.

Nach der Anmeldung, die keine Minute dauert, bekommt man regelmäßig Petitionen per Kurznachricht von Amnesty aufs Handy geschickt. Wenn man dann darauf mit „ACT“ antwortet, hat man so quasi unterschrieben. Und sich damit für einen Menschen eingesetzt, der akut bedroht ist. Es ist ein schneller, massiver Protest, der, wenn das stimmt, was uns die Dame erzählt, in kurzer Zeit viel bewirken kann.

Am Ende des Abends lese ich auf der ersten Seite ihres Schreibblocks: „Ich kann etwas verändern.“ Manchmal, das weiß ich seit heute, reicht dafür sogar schon eine SMS.


RUSSISCHE REVOLUTION 1917 – DIE LEHREN FÜR HEUTE
Diskussion; Marxistische Initiative an Unis
Teilnehmer: 16

Große Revolutionen beginnen oft in kleinen Räumen. Im dritten Stock des NIG der Uni Wien beginnt sie ganz hinten links im „Kora“-Philosophie mit einer kleinen Geschichtsstunde. Ein junger Genosse fasst die Russische Revolution von 1917 zusammen und wagt sich an den ein oder anderen Vergleich zu heute. Was können wir von der Revolution damals für revolutionäre Bewegungen heute lernen? Sind wir reif für eine Revolution?

Die Leute hier sind es sicher. Ich sitze ganz hinten an die Wand gelehnt auf einem Tisch, neben mir stehen ein paar von diesen leeren, braunen Kaffeeplastikbechern und einer aus Keramik, der schon länger nicht mehr für Kaffee, sondern für Zigarettenasche da ist. Das klingt jetzt schmuddeliger, als es ist. Der Raum sieht nun mal so aus und riecht, wie ein Kommunikationsraum an einer Uni für meine Begriffe nun mal aussehen und riechen sollte. Ich wurde freundlich begrüßt, aber nicht ausgefragt, warum ich hier bin. Das war sehr angenehm. Ich habe diese Frage in den vergangenen Tagen nämlich oft gehört und je öfter ich sie gehört habe, desto eher begann ich allen, die sie gefragt haben, zu unterstellen, dass sie eigentlich nur hören wollten, wie toll ihre Organisation ist.

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Geschichte kann man so oder so erzählen – je nachdem, woran man glaubt. Hier glaubt man an die Traditionen der Bolschewiki unter Lenin. Nach dem Vortrag startet die Diskussion, in der einer der beiden älteren Männer, die nachgekommen sind, oft etwas sagt, obwohl er nicht das Wort hat. Das gefällt vielen gar nicht. Der Bogen von der Vergangenheit in die Gegenwart gelingt erst gegen Ende. Der Kapitalismus wird zerbrechen, weil er so viele Fehler hat, analysiert ein junger Mann und fuchtelt dabei wild mit seinen Händen.

„Wie bringen wir die Diskussion raus aus diesem Raum?“, fragt plötzlich ein Typ in der letzten Reihe neben mir. „Was sollen wir tun? Was sollen wir machen?“ Ein paar Sekunden ist es ruhig im Raum. Sie fühlen sich ewig an. Das Problem ist wirklich, sagt eine junge Frau dann, dass die Zeit knapp wird. Aber in der Geschichte könne man keine Abkürzung nehmen. Man müsse einfach weiter daran arbeiten, dass man seine Ideen verbreitet. Auf der Straße, in den Schulen, am Arbeitsplatz.

Österreich 2017, glauben die Marxisten hier übrigens, lässt sich nicht mit Russland 1917 vergleichen. Die enorme Lustlosigkeit, die Apathie – das passe eher zu Russland 1907. In zehn Jahren also dann. Mal abwarten.

Jede Veränderung beginnt damit, dass jemand einfach mal anfängt. So war das vor ein paar Tagen auch bei mir. Ich musste mich zwingen, zur ersten Demonstration zu gehen, war skeptisch, was die kommenden Tage anging – die Auswahl meiner Besuche war immerhin relativ beliebig. Ich war da, wo etwas stattfand. Aber ich finde, es hat sich ausgezahlt. Die besten Momente im Leben sind mitunter ja, wenn feste Vorstellungen zerbrechen.

Dieser Text erschien in Fleisch Nr. 41, der großen Ausgabe zum Thema Engagement, jetzt im Zeitschriftenhandel oder – auch als Einzelheft – über Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!  


Erschienen im Frühling 2017
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