Headerbild Fleisch28 Staatsgruendung 03

text - Jürgen Schmieder

 

             Ein Staat für Tekkies

Nein, wir sind nicht die Ersten, die darüber nachdenken, wie so etwas wie ein Staat funktionieren kann. Also: ein Staat für uns. Vor allem sind wir aktuell auch nicht die Einzigen. Eine Handvoll Typen im Silicon Valley wollen genau das gleiche wie wir. Ihren eigenen Staat.
Es war ein witziger Vortrag, den Balaji Srinivasan da hielt, ironisch und mit zahlreichen Pointen. Der Mitbegründer eines Start-up-Unternehmens für Genetik und Lektor an der Universität von Stanford sprach zunächst mal über den Shutdown der amerikanischen Regierung und das Versagen der Wall Street, dann verglich er die USA mit Microsoft (230 Jahre alter Code, manchmal stockt das System, lässt sich zwei Wochen nicht mehr starten, es gibt Sicherheitslücken).

Schließlich sagte er augenzwinkernd, aber doch ernsthaft genug: „Wir müssen eine freiwillige Gesellschaft außerhalb der USA schaffen, die von Technologie bestimmt wird. Wir müssen dieses Experiment wagen, um zu zeigen, wie eine Gesellschaft aussehen würde, die vom Silicon Valley angeführt wird. Das Schönste daran ist: Die Menschen, die denken, dass diese Idee verrückt ist, die über diese Grenzen spotten, die Technologie hassen – sie werden euch nicht folgen.“ Es war ein philosophischer Vortrag mit einem Gedankenspiel am Ende.

Als wir mit ihm sprechen, betont Srinivasan, er habe das Wort „Sezession kein einziges Mal verwendet“ und fügt hinzu: „Ich bin kein Mitglied der libertären Partei, sondern eingetragen bei den Demokraten.“ Srinivasan trifft man nicht etwa in seinem Büro oder in einem Café zum Interview, sondern im Internet zum Video-Chat. Warum auch nicht? Es ist nicht so wichtig, wo man sich tatsächlich aufhält, wenn man sich aufgrund des technologischen Fortschritts dennoch von Angesicht zu Angesicht unterhalten kann.

Es ist doch nicht verkehrt, nach einem besseren Leben zu suchen

Wer jemals eine Universität besucht hat, der kennt Typen wie Srinivasan, es gibt sie in beinahe jedem Hörsaal: feste und selbstsichere Stimme, Begeisterung für ein Thema – und absolute Überzeugung von der Richtigkeit ihrer Aussagen. Er sagt: „Mir geht es nicht um physisches Land oder darum, die Politik der Vereinigten Staaten zu ändern. Es geht mir um Emigration. Es ist doch nicht verkehrt, darüber nachzudenken, sein Geburtsland zu verlassen und nach einem besseren Leben an einem anderen Ort zu suchen. Die USA sind eine Nation von Immigranten, daher sind sie auch ein Land voller Auswanderer.“

Der Auftritt von Srinivasan hat für Wirbel gesorgt: Denken die Menschen im Silicon Valley tatsächlich darüber nach, einen neuen Staat zu gründen? Eine neue Gesellschaft? Ein Utopia?

Die Idee klingt zunächst einmal verführerisch: ein Ort, der nicht von einem gewaltigen Regierungsapparat kontrolliert wird. Ein Ort, an dem die Menschen die gesellschaftlichen Normen selbst bestimmen dürfen, an dem sie frei denken und experimentieren können, wo es vielleicht sogar ein bisschen anarchisch zugeht.

Wo sich dieser Ort befindet, ist dabei gar nicht so wichtig – es geht ja nicht darum, Autos zu produzieren wie in Detroit oder Stahl wie in Pittsburgh. Es geht um eine Gemeinschaft von Menschen mit Ideen und Visionen. Die kann man schließlich überall haben und durch die technologische Entwicklung mit Menschen teilen, die womöglich weit entfernt sind. Man muss diese Ideen – und das ist das eigentliche Ideal hinter dieser Vorstellung des Silicon-Valley-Utopia – nur haben dürfen. Niemand soll diese Visionen durch gesetzliche oder gesellschaftliche Restriktionen einschränken dürfen.

Ist es an der Zeit, einen neuen Staat auszuprobieren?

„Man muss etwas Neues probieren“, sagt auch der Wissenschaftler und Libertarist Michael Shermer. Er hat zahlreiche Beststeller über Politik, Glauben, Wirtschaft und die Rolle des menschlichen Gehirns bei diesen Themen geschrieben. Ihn trifft man nicht im Internet, sondern in seinem Haus in den Hügeln von Altadena. Von der Terrasse aus kann man an diesem Tag bis nach Downtown Los Angeles schauen, Shermer lächelt bei diesem Anblick und schüttelt gleichzeitig den Kopf: „Bei allem Fortschritt leben wir immer noch in gesellschaftlichen Strukturen und Staatsformen, die 200 Jahre und älter sind. In diesem Bereich hat sich sehr wenig verändert, weil wir daran glauben, dass es ganz gut funktioniert.

Wir müssen uns die Frage stellen: Funktioniert es wirklich ganz gut – oder ist es an der Zeit, ein Experiment zu wagen und eine neue Gesellschaft und einen neuen Staat auszuprobieren?“

Dieser Traum ist freilich nicht neu: Plato hat darüber geschrieben, oder Tao Yuanming in seinem Werk „Tao Hua Yuan“. Den Begriff „Utopia“ prägte Thomas More in seinem gleichnamigen Buch im Jahr 1516. Es ist eine Vision, die ins Gehirn der Menschen tätowiert zu sein scheint – und im Silicon Valley denkt man nun daran, diese Vision umzusetzen.

Demokratie? Okay, aber muss nicht sein. Apple geht ja auch ohne.

Peter Thiel, Mitbegründer von PayPal, etwa sagt: „Menschen gründen Unternehmen, weil sie die Freiheit haben möchten, etwas Neues zu versuchen. Wenn man ein neues Unternehmen gründen kann, warum kann man dann nicht einfach einen neuen Staat gründen?“ Mit Investitionen in zahlreiche Eskapismus-Projekte unterstreicht Thiel, dass er diese Frage für sich bereits beantwortet hat: Also ja, man kann einen neuen Staat gründen.

Shermer sieht das ähnlich. Man müsse nur den Erfolg von Unternehmen wie Apple, Facebook und Google genauer betrachten. Dort habe auch nicht jeder Mitarbeiter exakt eine Stimme und könne in demokratischen Wahlen darüber abstimmen, ob es demnächst eine Apple-Brille, einen Gefällt-mir-nicht-Button oder ein Google-Auto geben werde: „Ich glaube, dass wir uns von Staaten weg entwickeln, hin zu kleineren Gemeinschaften, die Städten oder Unternehmen ähnlich sind.“

Eine Demokratie müsste die neue gesellschaft also nicht unbedingt sein. Thiel schrieb bereits vor mehr als vier Jahren in einem Eintrag für das Blog Cato Unbound: „Ich glaube nicht mehr, dass Freiheit und Demokratie kompatibel sind.“ Die Staatsform würde also eher einem Start-up ähneln, das sich zu einem börsennotierten Unternehmen entwickelt: Es bestimmt zunächst der Firmengründer, der sich dann auf die Suche nach Gleichgesinnten und Investoren macht und schließlich Anteile anbietet.

Auf Unternehmensebene nennt man das eine Aktiengesellschaft, auf Staatsebene hört es sich eher an wie Oligarchie: Es regieren nicht vom Volk gewählte Vertreter, sondern die paar Menschen, die es sich leisten können, genügend Anteile zu kaufen. Wem das nicht passt, der muss ja nicht kommen – es wird keiner gezwungen, nach Utopia auszuwandern. „Statt 200 Nationen könnte es 10.000 und mehr Gemeinschaften geben, in denen der Bürgermeister eine bedeutende Rolle spielt“, sagt Shermer.

Am Ende ist selbst Google nur ein Dorf

Die Legitimation für diese Gedanken beziehen leute wie Shermer daraus, dass es in ihren Unternehmen ja auch ganz wunderbar funktionieren würde. Wer einmal über den Googleplex in Mountain View spaziert, der kommt nicht umhin, dieses Gelände für eine gar wunderbare Kleinstadt zu halten. Die Mitarbeiter bewegen sich auf gelben Fahrrädern von Gebäude zu Gebäude, sie dürfen kostenlos essen und ihre Wäsche waschen, es gibt ein Fitnessstudio, zwei Schwimmbäder und zahlreiche Beachvolleyballfelder. 30 Prozent des benötigten Stroms kommen aus Sonnenkollektoren, die Shuttlebusse für die Angestellten entsprechen neuesten ökologischen Standards.

Google gilt als eines der mitarbeiterfreundlichsten Unternehmen der Welt, warum also nicht gleich eine Stadt oder gar einen Staat gründen – frei von den Restriktionen des Bürokratieapparats der USA?

Bürgermeister könnte dann ja Google-Chef Larry Page sein. Der sprach in einem Vortrag im Mai immerhin davon, sich in den Vereinigten Staaten eingeschränkt zu fühlen: „Wir Technologen sollten einen sicheren Ort haben, an dem wir neue Dinge ausprobieren dürfen und die Auswirkungen auf die Gesellschaft und die Menschen testen können, ohne sie der normalen Welt bereitstellen zu müssen. Die Leute, die diese Dinge mögen, können an diesen Ort kommen und experimentieren.“

200.000 Menschen wollen zum Mars. Dauerhaft.

Aber man darf das jetzt nicht missverstehen. Niemand spricht davon, um Silicon Valley einen Zaun zu ziehen und zu erklären, dass es sich hier von nun an um einen neuen Staat handelt. Es geht um einen ganz neuen Ort. Dazu gibt es zahlreiche Gedankenexperimente, einige davon gehen sogar so weit, eine Kolonie auf dem Mars zu errichten. Mehr als 200.000 Menschen haben sich für das Projekt Mars One des niederländischen Ingenieurs Bas Lansdorp beworben, der in zehn Jahren zum ersten Mal auf dem Mars landen will – so er sechs Milliarden US-Dollar einsammeln kann, um das Experiment zu finanzieren. „Das langfristige Ziel wäre definitiv eine bestehende Kolonie“, sagt Lansdorp.

Sherman hält diese Idee zwar derzeit für technologisch nicht realisierbar, jedoch für ein interessantes Gedankenexperiment: „Wir dürfen nur nicht den Fehler machen und sagen: Wir etablieren dort die gleichen Strukturen, die es hier gibt. Wir hätten die Möglichkeit, vollkommen neu zu beginnen, etwas Neues zu wagen und neu zu denken: eine neue Gesellschaft, eine neue Art des Zusammenlebens – womöglich eine Gemeinschaft ohne Gott oder Religion.“

Die irdische und derzeit realistischere Variante befände sich auf hoher See und wäre frei von der Ausübung staatlicher Hoheitsgewalt: ein modifiziertes Kreuzfahrtschiff etwa, eine umgerüstete Bohrinsel oder eine maßgeschneiderte künstliche Insel. „Seasteading“ nennt sich das, es gibt seit 2008 ein Institut dafür, gegründet in Sunnyvale, dem Geburtsort von Steve Wozniak und gemeinhin anerkannt als das Zentrum von Silicon Valley.

Endlich die Phrase: Die neue Insel der Seligen

Chef des Aufsichtsrates bei „Seasteading“ ist Patri Friedman, der Enkel des Ökonomen Milton Friedman. Er leitet zusätzlich die Future Cities Development Corporation, die innerhalb der Staatsgrenzen von Honduras eine sich selbst regulierende Stadt errichten möchte. „Warum haben wir eine Regierungsform aus dem Jahr 1787“, sagt Friedman, „ein Auto von 1787 wäre ein Pferd!“ Seasteading sei „eine Start-up-Möglichkeit für Nationen: Was wäre, wenn die Designer von Apple ihre Erfahrungen dazu nutzen würden, eine Stadt zu errichten, die so viel Spaß macht wie das iPad?“

Thiel hat bereits vor fünf Jahren 500.000 Dollar in diese Vision investiert, doch noch gibt es keinen durch Seasteading gegründeten Staat, es gibt deshalb auch noch keine Verfassung, keine Regelungen zum Datenschutz oder gar konkrete Pläne dafür, wie man solch ein Utopia vor möglichen Eindringlingen schützen könnte.

Eine Alternative plant das Unternehmen Blueseed: ein Schiff, das unter der Flagge der Bahamas oder der MarshallInseln im Pazifischen Ozean herumfährt. Dort würde die Gesetzgebung des jeweiligen Landes gelten. Man muss sich also keine neue Verfassung ausdenken, sondern übernimmt die eines Staates, der nicht so stark reguliert wird wie die Vereinigten Staaten. Und vor allem die eines Staates, der seinen Bürgern gewaltige Steuererleichterungen garantiert.

2014 soll das Schiff in See stechen, mehr als 330 Start-up-Unternehmer haben bereits Interesse angemeldet, einen Platz zu buchen. Die etwa 1.000 Bewohner sollen keine Steuern bezahlen, sondern nur durchschnittlich 1.500 Dollar pro Monat für ihren Aufenthalt, dazu sollen sie bei erfolgreicher Firmengründung dem Unternehmen Blueseed etwa fünf Prozent der Anteile an einem Start-up überlassen. Man könnte auf dem Schiff mit Bitcoin bezahlen, jener virtuellen Währung, die nicht staatlich reguliert wird und nicht nur deshalb für Aufsehen sorgte, weil die Winklevoss-Brüder (bekannt durch ihren Streit mit Facebook-Gründer Mark Zuckerberg) beteiligt sind, sondern auch durch ihre grotesken Wechselkurssprünge in den vergangenen Monaten. Derzeit gilt Botcoin wieder als extrem hip und ist vor allem bei Libertanern äußerst beliebt.

Steuern zahlen, das ist das, was mit mit sehr viel Kreativität versucht zu vermeiden

Peter Thiel hat auch in dieses Projekt investiert, er preist dieses Silicon Boat als Möglichkeit für alle Kreativen, die Probleme haben, ein Arbeitsvisum für die Vereinigten Staaten zu bekommen: „Die Bewohner des Schiffes leben eine kurze Fahrt mit der Fähre (Dauer: etwa 30 Minuten, Anm.) vom Silicon Valley entfernt mit dem unerreichten Netzwerk an Technologie-Investoren, Anwaltskanzleien und sozialen Verbindungen.“

Diese Aussage allerdings verrät: Wovon Thiel, Friedman und Page träumen, ist nicht wirklich ein Utopia. Es ist keine bessere Gesellschaft für alle, die gerne mitmachen wollen – sondern zunächst einmal eine nur für jene, die sich das leisten können.

Das Silicon-Valley-Utopia würde nämlich keineswegs autark existieren. Für Finanzierung und Umsetzung ihrer Ideen würden die Kreativen nach wie vor auf dem amerikanischen Festland vorbeischauen, Mitarbeiter würden weiterhin von Universitäten rekrutiert, die in den USA angesiedelt sind. Und natürlich würden die Unternehmen ihre fertigen Produkte nicht nur in ihrem eigenen Staatsgebiet auf den Markt bringen, sondern bestenfalls überall auf der Welt – und würden sich von den Menschen außerhalb bezahlen lassen.

Diese Utopia-Projekte wären Labore ohne Kontrolle, Fluchtpunkte für kreative Milliardäre und möglicherweise auch gewaltige Steuersparmodelle. Unternehmen wie Amazon, Google und Starbucks haben bereits bewiesen, dass sie wahre Meister in der Kunst, möglichst wenig Steuern zu bezahlen, sind.

Konzerne bestimmen schon jetzt die Regeln

Wer sich ein paar Monate im Silicon Valley aufhält, der bemerkt, dass einige dieser parasitären Ideen längst Realität sind, dass sich diese Gegend zu einer Art Oligarchie verwandelt hat. Die Unternehmen sind sich ihrer wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Stellung bewusst: Hulu und Netflix revolutionieren gerade das Fernsehen, Apples iTunes hat die Musikindustrie gerettet, Twitter ist ein schnellerer News-Lieferant als TV-Sender und Zeitungen, die Khan Academy stellt eine Alternative zu Eliteuniversitäten dar.

Die einzelnen Städte akzeptieren beinahe jeden Wunsch der Unternehmen, damit die nur ja nicht ein paar Kilometer weiterziehen. In Cupertino etwa wird eine schöne Straße einfach verschwinden, damit Apple seinen monströsen Campus 2 errichten kann. Bürgermeister Orrin Mahoney spricht darüber mit der Gelassenheit eines buddhistischen Mönchs: „Es geht nicht anders.“ In San Francisco erhielt das neuerdings börsennotierte Unternehmen Twitter schon vor Jahren einen gewaltigen Steuernachlass, damit es nicht nach Mountain View oder Palo Alto umsiedelt. „Besser so ein Deal als gar nichts zu bekommen“, sagt Ted Egan, der Chefökonom der Stadt.

Nach San Francisco kamen vor 50 Jahren die Blumenkinder und Hippies, um vor Kapitalismus und Imperialismus zu flüchten und eine friedliche Gesellschaft zu erschaffen. Mittlerweile ist vom einstigen Hippie-Utopia nur noch wenig zu spüren: Die Menschen pendeln von hier aus jeden Tag in die kleinen Silicon-Valley-Orte, am Abend kommen sie in die Stadt und geben dort ihr Geld aus. Die Preise für Häuser sind innerhalb von drei Jahren um 22 Prozent gestiegen, die Mieten innerhalb eines Jahres um 21 Prozent. Dadurch findet freilich eine Selektion statt: San Francisco muss man sich leisten können – viele Angestellte in den schicken Restaurants, hippen Clubs und teuren Boutiquen können das nicht, sie müssen aus Oakland hierher pendeln.

Die Blumenkinder und Hippies sind längst in den Norden abgehaut, sie bauen dort in abgeschiedenen Gemeinden Marihuana an.

Garagen sind die neuen Kathetralen

Natürlich erzählen sie hier im Valley lieber eine romantischere Version von dem, was dieses Tal für sie bedeutet. Wie etwa die Geschichte von dieser Garage im 2066 Crist Drive in Los Altos. Joan Tankersley ist 87 Jahre alt, sie wohnt seit 60 Jahren in dieser Straße und hat miterlebt, wie Steve Jobs und Steve Wozniak einst Computer zusammengeschraubt haben: „Steve war meistens barfuß und hatte eine abgeschnittene Jeans an, bei der man die Unterwäsche sehen konnte. Er sah ein bisschen aus wie ein Hippie.“

Nicht wenige Nachbarn hätten Jobs damals für einen lieben Spinner gehalten. „Irgendwann kam er über die Straße gelaufen und rief: ‚Wir haben Farbe!‘“, sagt Tankersley, „mich hat das nicht sonderlich interessiert, weil ich nicht wusste, was zur Hölle er da drin überhaupt gemacht hat.“ Wozniak und Jobs hatten gerade den Apple II gebaut.

Verrückte Ideen haben, etwas ohne Regulierung ausprobieren, frei experimentieren dürfen – und dadurch die Welt verändern. Das machen sie im Silicon Valley ja schon länger. Aber nun ist der große Traum eine neue Gesellschaft, ein neuer Staat, eine neue Lebensweise – auf einem Schiff, auf einer Insel oder gar auf dem Mars.

Man sollte nicht den Fehler machen, diese Idee als Größenwahn oder Irrsinn abzutun. Das Fantastische an diesem Silicon Valley nämlich ist: Was 99 Prozent der Menschheit heute für Irrsinn und Größenwahn halten, kann morgen schon Realität sein



Erschienen im Winter 2013

Share