text - martina bachler

Was haben sie, das wir nicht haben?
Sie wetten auf den Untergang Griechenlands und den Aufstieg von Uranminen. Sie verdienen an normalen Tagen mehr als wir in einem ganzen Leben, sie protzen, sind richtig unsympathisch, und Begriffe wie Moral und Ethik kennen sie nur vom Weghören. Spekulanten sind das Übelste, was unsere Welt derzeit zu bieten hat. Und dennoch: Wenn wir ganz tief in uns hineinhören, stellen wir fest, dass sie uns faszinieren. Warum?
Irgendetwas ist mit ihnen, irgendetwas muss mit ihnen sein, und nein, ihr Image ist es nicht: Als Bernie Madoff zum Beispiel vor zwei Jahren in New York zu 150 Jahren Haft verurteilt wurde, ging ein Jubel um die Welt, der nicht viel größer sein hätte können, hätte man plötzlich ein Mittel gegen Krebs gefunden.

Ist es ihr Ruf? Nein, der auch nicht: Als John Paulson in nur einem Jahr 3,7 Milliarden Dollar verdiente, weil er darauf gewettet hatte, dass die US-Häuslbauer ihre Kredite nicht bezahlen können, und in weiterer Folge die ganze Finanzblase platzte, schuf er sich nicht nur Freunde. Und als George Soros 1992 das britische Pfund zu Fall brachte und eine Milliarde Dollar einstreifte, hat ihn das auch nicht unbedingt sympathisch gemacht.
Dann ist es vielleicht ihr Auftreten? Nein, das wirkt immer eine Spur zu großkotzig, zu glatt. Ihre Statussymbole? Die sind peinlich. Es ist weder ihr Selbstbewusstsein noch ihre Intelligenz, die wir ihnen gerne absprechen, weil wirklich intelligente Menschen ja eher nach der Ursache von Krebs forschen. Und es ist nicht ihre Macht, denn die lehnen wir, weil keineswegs demokratisch legitimiert, aufs Allerschärfste ab.

Und ganz sicher ist es nicht ihr Geld, weil, was ist schon Geld?

Was ist es also? Was haben sie? Und vor allem: Darf man das überhaupt sagen? Darf man sagen, dass es irgendetwas gibt, das uns an Spekulanten fasziniert? An diesen bösen Typen, die mit Geld nur so um sich werfen, Wetten gegen Staaten abschließen und damit das Schicksal von Millionen Menschen beeinflussen, die vom Ausgang dieser Wetten rein gar nichts haben?

Denn eigentlich sind wir ja gegen sie. Gegen sie und ihre ganze Welt und ihr ganzes Geld, von dem wir eigentlich wissen, dass es unseres ist oder zumindest nicht wirklich das ihre, also nichts, das sie wirklich verdient haben. Und dennoch faszinieren sie uns. Und nicht nur ein kleines bisschen.

Bloß: Warum?

Erste Vermutung: Sie dürfen das, was sonst keiner darf

Erste Vermutung: Weil sie etwas dürfen, das sonst keiner darf – jung und schnell unheimlich viel Geld verdienen, ohne groß darüber nachzudenken, ob das gut oder schlecht, gerecht oder ungerecht oder sonst irgendetwas ist.

Wobei wir auch da ein bisschen ausholen müssen. Denn natürlich haben wir so etwas wie Arbeitsethos. Wir haben gelernt, dass wir uns hocharbeiten müssen. Dass wir mit Ergebnissen überzeugen, mit Weitsicht begeistern müssen, vor lauter Bodenständigkeit nie abheben dürfen – und irgendwann etwas schaffen sollten, das bleibt. Und wahren Erfolg, da sind wir uns relativ einig, muss man sich erst verdienen.
Aber dann kommen Spekulanten, gewinnen mit einer Wette eine Milliarde Dollar, nur nur nur für sich.

Natürlich empört uns das, natürlich schimpfen wir über die immer noch exorbitanten Boni von Hedge- und Investmentfonds-Managern, Brokern, Tradern und Investmentbankern. Über dieses unermesslich viele und unfassbar schnell verdiente Geld, das für uns gar nicht erst infrage kommt, weil wir es ablehnen.

Aber manchmal sind wir einfach nur müde. Machmal, wenn wir zum Beispiel die Chefs unserer eigenen kleinen Klitsche sind, müssen wir unsere Mitarbeiter auf den 1. vertrösten, den 1. im übernächsten Monat. Und wir wissen dann, dass den Mitarbeitern die große Weltverbesserung, an der sie arbeiten, bis dahin relativ egal sein wird. Manchmal lachen wir dann doch über die Witze des Typen, den wir schon im Studium nicht ausstehen konnten, der jetzt aber ein paar Aufträge zu verteilen hat. Und zugegeben, manchmal denken wir dann doch an die rauchenden Schlote in China, Indien und Brasilien und pfeifen auf die Nachhaltigkeit, die sich bestimmt irgendwann auszahlen wird, aber nicht jetzt. Und nicht für uns.

Und wir so? Wir sind manchmal müde. Sehr müde.

Spekulanten, so ahnen wir aufgrund der wenigen Eckpunkte, die wir über sie wissen, brauchen sich mit vielen dieser Fragen nicht abzugeben. Fragen nach Werten sind ihnen relativ fremd, was aber nicht bedeutet, dass ihnen Gesetze egal sind. Die meisten von ihnen bewegen sich im legalen Raum, wenn sie auf den Untergang Griechenlands oder den Aufstieg einer spanischen Nickelmine wetten. Ob ein Wert steigt oder fällt, muss ihnen sogar egal sein, wichtig ist nur, die Richtung richtig vorherzusagen und damit Geld zu verdienen. Intelligenter zu sein als der Markt, oder zumindest schneller.

Manchmal, wenn wir ganz besonders müde sind, dann würden wir vielleicht auch gerne keine bleibenden Werte schaffen, sondern schnelle Renditen, so wie Spekulanten das tun. Geld nehmen, wetten, egal, auf was, im besten Fall noch viel mehr Geld daraus machen, und zwar schnell. Vielleicht schon bei der nächsten Gelegenheit. Und nach dem atavistischen Prinzip „We eat what we kill“ stünde uns dann ein guter Teil des Gewinns zu, egal, ob wir 25 oder 50 Jahre alt sind, und egal, ob wir das fair finden oder nicht – denn so sind nun einmal die Regeln und die Regeln sind prinzipiell für alle gleich.

Und im schlimmsten Fall? Ist ebenso schnell wieder Geld verloren, Geld von Investoren, die selbst schuld sind, weil sie wissen, welches Risiko sie hier eingehen – aber kein Lebenstraum geht dann den Bach runter, keine weltverändernde Idee wird verhindert.
In manchen Momenten, wenn wir wirklich müde sind, dann ist es vielleicht das, was uns an den Spekulanten reizt: einfach drauflos und analysieren und wetten und gewinnen oder verlieren. Denn es ist nicht die viele Arbeit, die uns so müde macht, es ist auch der Druck, etwas Eigenes zu schaffen, oder einfach nur die Feststellung, dass es erst der 15. ist und das Geld wieder nicht reichen wird, um ein bisschen für die Zukunft auf die Seite zu legen. Geld, um das es eigentlich nicht gehen darf, weil man das Nachdenken über Geld ablehnt, weil man das bei den Großeltern so unangenehm fand, dass es immer auch irgendwie ums Geld ging, bei jedem Einkauf, bei jedem Ausflug.

Dann reizt es manchmal, das Bild des Spekulanten, dem es rein seines Berufs wegen nur ums Geld gehen darf und um den richtigen Moment, in dem moralische Fragen einfach nicht vorgesehen sind. Manchmal reizt der Sprint und nervt der Marathon.
Und, das schicken wir jetzt lieber schnell hinterher, all das schnelle Geld könnte man ja investieren, spenden, in etwas Sinnvolles stecken, so wie George Soros es mit seiner Osteuropa-Stiftung tut. Vielleicht ist das ohnehin der bessere Weg? Vielleicht sogar der ehrlichere? Zuerst einmal richtig viel Geld verdienen und dann erst das System umbauen? Das dafür aber dann ganz sicher richtig, im wirklich großen Stil?

Zweite Vermutung: Sie dürfen wie Rockstars leben – immer aus dem Vollen

Und vielleicht ist es auch das, was uns an Spekulanten so fasziniert – die zweite Vermutung: Sie dürfen das, was sonst nur Rockstars dürfen – alles groß denken, immer aus dem Vollen leben.

Denn so sehr wir uns daran gewöhnt haben, dass 40 das neue 20 ist und auch Menschen mit Kindern noch stolz ihren Partykalender der Facebook-Öffentlichkeit zeigen – der totale Exzess schreckt viele von uns dann doch eher ab. Insgeheim finden wir den vernünftigen Weg der Mitte mit einer gewissen Selbstbeschränkung dann doch besser.
Es sind nicht nur Yoga-Lehrer, die auf Balance drängen, es sind nicht nur die Gewerkschaften, die vor zu viel Arbeit warnen, die Psychologen, die Burnouts aufgrund von Stress ebenso diagnostizieren wie wegen Fadesse. Kinder, die täglich fünf Stunden Klavier üben, werden ebenso belächelt wie Skispringer, die erst nach Karriereende den Alkohol für sich entdecken. Und über Menschen, die ihr Leben irgendeinem Gott oder der Landesverteidigung widmen, schütteln wir aufgrund der Bereitschaft zur totalen Selbstaufgabe sowieso nur den Kopf.

Als vernünftig gilt, was in Maßen genossen und geleistet wird. Klar schlagen wir manchmal über die Stränge, aber nur dann, wenn wir es uns auch wirklich verdient haben, und klar arbeiten wir manchmal wie verrückt auf eine Deadline hin, aber es ist uns nicht ganz geheuer, wenn wir bemerken, dass wir uns dabei plötzlich gut finden, denn – das haben wir irgendwie schon vor der Finanzkrise verstanden – Gier und Ehrgeiz, das ist nicht gut, zumindest nicht ausschließlich gut, weil dabei immer etwas anderes auf der Strecke bleibt. Und wollten wir – immer vorausgesetzt, wir haben hier überhaupt eine Wahl – nicht einen anderen Weg finden? Einen, der nicht so stresst, einen, bei dem sich Familie, Beruf, Gleichberechtigung, Selbstverwirklichung und Weltverbesserung unter einen Hut bringen lassen?

In manchen Momenten aber, wenn wir wieder nach einem Tag wie jedem anderen zum Feierabendbier beim Stammwirt gehen, der gar nichts mehr fragt, sondern einfach nur bringt, ist uns das vielleicht peinlich. Und manchmal, wenn wir das nächste kleine Projekt abgeschlossen haben, das uns in unsere Nische einbetoniert, aber die Ratenzahlung aufs Auto sichert, dann reicht uns das vielleicht nicht mehr. Dann wird uns die Stadt zu klein, dann wollen wir vielleicht einmal wissen, was passiert, wenn man nicht gleich nach Hause geht, wenn man den Überziehungsrahmen wirklich sprengt und aus Jux und Tollerei eine Kaugummifabrik aufsperrt. Manchmal, da will man auch einmal unvernünftig sein oder zumindest sorglos – und wir vermuten, dass Spekulanten das können.

Weil sie das Geld dazu haben, klar. Sowohl beruflich als auch privat sind die Summen, die Spekulanten bewegen können, unfassbar, einfach nicht vergleichbar mit der beschämenden Münzensuche, durch die wir jedes Mal durch müssen, bevor die Praktikantin zur Post gehen kann. Spekulanten, so stellen wir uns das zumindest vor, bestellen Wodka aus Prinzip in Flaschen, kaufen keine Wohnungen, sondern Mansions, und sammeln die wirklich schönen Dinge aus keinem anderen Grund als jenem, dass sie es sich leisten können. Einfach nur so. Ja, klar lehnen wir das alles ab.

Und wir so? Wir bleiben immer schön vernünftig

Aber dann, wenn uns wieder eine Infografik zum Sparpaket mit vielen wegfallenden Kästchen als scheinbar einzige Vorstellung der Welt von morgen verkauft wird, dann haben wir vielleicht für einen kurzen Moment lang doch die Sehnsucht nach so etwas wie einem großen Wurf, nach einem Rausch. Nach absoluter, selbstvergessener Intensität ohne Balanceakt, ohne 5.000 weiterer Dinge, an die wir auch noch denken müssten, nach einer Intensität, wie wir sie bei Rockstars und Spitzensportlern vermuten – und eben auch bei Spekulanten.

Wir wissen, dass es dabei nicht nur um extreme Arbeitszeiten geht, um Druck, und Konkurrenz. Wir wissen, dass die Erregungskurven von Spekulanten während ihrer Wetten jener beim Geschlechtsverkehr ähneln, dass der Lustgewinn dabei aus dem Risiko kommt, dass Einsatz und Risiko also immer weiter erhöht werden müssen, um die Lust immer mehr zu steigern. Eine Lust, die wir eigentlich belächeln. Und wir wissen, dass in dieser Spekulanten-Welt, die zu über 90 Prozent aus Männern besteht, Gruppendynamiken greifen, die wir verabscheuen, die den unvernünftigen Rausch aber noch verstärken. Eine Gruppe von Menschen, die von Berufs wegen Egoisten sind, wird zusammengeschweißt, weil sie von sich behauptet, an der Spitze der Gesellschaft zu stehen, und die genau dafür von einem großen Teil der Gesellschaft angefeindet wird.

Und wir mögen all das – die unfassbaren Geldsummen, die unnachvollziehbare Macht, den Größenwahn, die Lust am Spiel, die Männlichkeitsrituale und Statussymbole, den unhinterfragten Arbeitseinsatz bis zur Selbstaufgabe und die Genugtuung, die Bösen zu sein – belächeln. Aber wollen wir nicht insgeheim auch gerne einmal von einem Fieber angesteckt werden, mit derselben Intensität an den guten Dingen arbeiten? An jenen Projekten, die wir irgendwo im Hinterkopf haben, für die uns aber das Geld oder auch die Ausdauer fehlt? Wünschen wir uns nicht insgeheim manchmal den Mut und die Nerven, alles auf eine einzige wirklich gute Idee zu setzen, die die Menschen natürlich weiter voranbringt, als Credit Default Swaps es tun? Würden wir nicht lieber zumindest mit etwas grandios scheitern, als es nie versucht zu haben?

Dritte Vermutung: Spekulanten sind einfach die bessere Geschichten

Und ist es vielleicht auch das, was uns so an den Spekulanten fasziniert, dass das immer Geschichten von Gewinnern und Verlierern sind? Die dritte Vermutung also – Geschichten über Spekulanten sind spannender als Geschichten über die soziale Marktwirtschaft.
Denn auch wenn wir uns noch so vornehmen, in brand eins über die guten Unternehmer zu lesen, klicken wir im Online-Standard zuerst die Meldung über die nächste Verhaftung Charlie Sheens an. Und wenn das Hauptabendprogramm wie damals nur zwei Programme zur Auswahl hätte, würden wir uns die Dokumentation über die Umstellung von normalem auf Bio-Ackerbau wahrscheinlich eher nicht ansehen, wenn auf dem anderen Kanal ein Bruce-Willis-Kracher läuft, obwohl wir den schon fast mitsprechen können.

Denn ohne die Gründe dafür analysieren zu wollen, scheinen wir Geschichten lieber zu mögen, die von Gut und Böse erzählen, von Aufstiegen und Abstiegen, von Grenzüberschreitungen und Ambivalenzen. Geschichten, die nicht linear verlaufen, sondern in denen sowohl das gute als auch das schlechte Ende möglich ist. Und all diese Elemente finden in Geschichten über Spekulanten Platz.

Da kann man Gordon Gekko aus dem Film „Wall Street“ heranziehen oder Sherman McCoy aus Tom Wolfes „Fegefeuer der Eitelkeiten“, an Don DeLillos Eric Packer in „Cosmopolis“ zeigt sich das ebenso wie am Baron Frédéric de Nucingen in Balzacs „Die Menschliche Komödie“ oder an Aristide Saccard in Zolas „Das Geld“ – der Spekulant gibt eine gute Figur ab.

Wir wollen das zwar nicht, und wir sind uns darin so sicher, dass wir den ganzen ökonomischen Firlefanz rundherum gar nicht erst verstehen wollen, aber gänzlich entziehen können wir uns den Spekulanten nicht. Sie lassen uns nicht kalt. Nicht in ihrer Dreistigkeit, nicht in ihrer Abgehobenheit, ihrer Verschrobenheit, nicht mit ihrem Nimbus als böse Helden, die aber vielleicht doch noch zum Guten finden.

Nehmen wir den englischen Hedgefonds-Manager Hugh Henry, der auf die Frage, ob irgendein Investment für ihn aus ethischen Gründen nicht infrage komme, mit einem schlichten „No“ antwortet. Oder nehmen wir John Paulson, der nach gewaltigen Verlusten 2011 beste Bekanntschaft mit dem Wort Schadenfreude schloss, während ihn die gesamte Branche 2007 darum beneidet hatte, die Wette auf das Platzen der Subprime-Krise durchgezogen zu haben – weil er damit mehr verdiente, als hätte er öffentlich einen Warnschuss abgefeuert. Oder nehmen wir Michael Burry, dem der amerikanische Journalist Michael Lewis in „The Big Short“, seinem Bericht über die Finanzkrise von 2007, ein Denkmal gesetzt hat. Burry, Jahrgang 1971, arbeitete als Neurologe am Stanford Hospital, bis er aus Erschöpfung während einer Operation zusammenbrach, den Hedgefonds Scion Investments gründete, als einer der wenigen auf den Crash von 2008 spekulierte, ausstieg und jetzt in Mandelplantagen investiert. Und sieht man wie Lewis ein bisschen genauer hin, ist an Burry nichts Glattes zu finden. Sondern man findet jemanden, der über Jahre ein Underdog, aber schwer davon überzeugt ist, intelligenter als der Markt zu sein; jemanden, der Menschen nicht mag, der mit seinen Investoren am liebsten über Briefe kommuniziert, in denen er die restliche Finanzindustrie als ahnungslos beschimpft. Jemanden, dessen Misanthropie und letztlich auch das diagnostizierte Asperger-Syndrom ihn zu Sätzen wie diesen hinreißen: „I’m happy in my own head.“ Einen Durchgeknallten, der nicht so sehr von der Gier nach Geld getrieben ist als davon, besser zu sein als alle anderen.
Und vielleicht reizen uns gerade dann, wenn wir alle sehr damit beschäftigt sind, uns ständig mit weniger großen Träumen begnügen zu müssen, Geschichten über Menschen, denen das deutlich zuwider ist – auch wenn ihre Träume so ungefähr das Gegenteil von unseren Träumen sind. Vor allem, wenn es in ihren Geschichten immer um die alten Dichotomien geht, um Freundschaft und Feindschaft, Glück und Unglück, Aufstieg und Fall, Bewunderung und Hohn, Rausch und Kater, Macht und Abhängigkeit.

Vielleicht reizt an den Geschichten über Spekulanten aber gerade jetzt auch die Tatsache, dass sie sich verändern. Vielleicht schwingt da sogar schon so etwas wie ein kleines bisschen Wehmut mit, die immer mitschwingt, wenn das eigentlich Böse ein bisschen von seiner Bösartigkeit einbüßt, wenn dem Lustvollen die Lust ausgeht. Denn die Finanzwelt verliert unzweifelhaft an Glanz. Die Regulierungen beginnen langsam zu greifen, die Boni fallen um ein paar Nullen kleiner aus.

Und darum wollen die schlauesten Absolventen der amerikanischen Eliteunis derzeit nicht mehr an die Wall Street, sondern nach Silicon Valley.
Das finden wir aber auch ziemlich faszinierend.
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